16
Jan
2012

Liberalere Piraten 2012


 

Kommentar zur Lage der cannabinoidbedürftigen Nation

 

Parteipolitik ist im Grunde nicht so sehr Sache des SCM. Weil aber hierzulande zunehmend mehr Menschen krankheitsbedingt ebenso von den direkten Auswirkungen einer falschen Gesundheits- und Drogenpolitik als auch von menschenverachtender Sozial- und Rechtspolitik betroffen sind, gilt es 2012 erneut anzumahnen, aufzumucken und sich darüber zu empören, dass die Verantwortlichen in Berlin das Thema Cannabis als Medizin noch immer so aussitzen, als ob man eine heftig grassierende Seuche tatsächlich mit Untätigkeit und Verdrängung therapieren könnte.

Nach neusten Umfrageergebnissen http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/ard-deutschlandtrend/2012/januar/ des Deutschlandtrend für die FDP kann derzeit von (uns) Cannabis als Medizin nutzenden Patienten davon ausgegangen werden, dass bei Beibehaltung einer ähnlich desaströs minimalen Zustimmung zur politischen Arbeit der Liberalen spätestens 2013 Schluss ist mit dem Kasperle-Theater der unwirksamen – aber nebeneffektreichen Drogenbeauftragten Mechthild Dyckmans und des ebenso farb- wie hilflosen Bundesministers für Gesundheit Daniel Bahr. Weitere vorgeblich Liberale jener zerrütteten, inzwischen völlig unnützen Partei werden sang- und klanglos in der politischen Bedeutungspolitik verschwinden, ohne im Verlaufe ihrer Amtszeit die Chance ergriffen zu haben, unsägliches Leid zu verhindern oder menschenwürdig zu lindern.

 

Die „neuen Liberaleren“ werden die PIRATEN sein, die frischen Wind in die Parteienlandschaft tragen wie anno dunnemals die GRÜNEN.

Es kann/darf davon ausgegangen werden, dass die PIRATENPARTEI-DEUTSCHLANDs nach (teilweisem) Entern des Bundestags den widerwärtigen Muff und Grau-Schleier der beinahe schon unverhohlen finanziellen Kumpanei zwischen Politikern und Pharma-Lobbyisten gründlichst weichspülen. Im Sinne der von ihnen stets eingeforderten Transparenz werden die PIRATEN sich hoffentlich auch ausführlich mit Themen beschäftigen, die aus Sicht zigtausender Patienten lange schon einer öffentlich-kritischen Debatte hätten standhalten müssen, z.B:

 

Verflechtungen von Politik und Pharma-Industrie

 

Skandale des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte

 

Schaffung einer Cannabis-Agentur

 

Verantwortliche Verursacher und deren Motive in der zeitlichen Verschleppung der Cannabis als Medizin-Frage

 

Kosten und Profiteure des Krieges gegen Drogen, der auch Krieg gegen Kranke ist.

 

Neue („liberale“) Drogenpolitik:

Die PIRATENPARTEI-DEUTSCHLAND steht für eine repressionsfreie Drogenpolitik und will ein Ende der gescheiterten Prohibition. Wir lehnen die heutige, wissenschaftlich nicht haltbare Unterscheidung in legale und illegale Stoffe ab und fordern die objektive Bewertung und Handhabung aller psychoaktiven Substanzen alleine anhand ihres Gefahrenpotentials. Die derzeitige nicht faktenbasierte Bevormundung Erwachsener beim verantwortungsvollen Umgang mit Rausch- und Genussmitteln widerspricht der Grundüberzeugung der PIRATEN und unserem Verständnis einer mündigen Gesellschaft. Die bisherige Kriminalisierung der Konsumenten muss beendet und der damit verbundene Schwarzhandel durch kontrollierte Erwerbsstrukturen ersetzt werden. So ergeben sich dann Rahmenbedingungen, die – anders als heute – viele Probleme beseitigen, die alleine auf Grund von gefährlichen Beimischungen und mangelnder Hygiene entstehen.

Forschung und Medizin:

Die PIRATEN befürworten die Erforschung derzeit illegaler Stoffe zu therapeutischen Zwecken. Eine weitere Blockade wissenschaftlicher Arbeit lediglich aufgrund dogmatischer Argumente ist nicht länger hinnehmbar. Patienten sollen in der freien Wahl der Behandlung nicht eingeschränkt werden. Welche Substanzen zur Behandlung verwendet werden können, soll alleine Sache des geschulten, behandelnden Arztes und des aufgeklärten Patienten sein. Dabei muss umfassend über die Gefahren aller verwendeten Mittel aufgeklärt werden.

Auszug aus: http://wiki.piratenpartei.de/AG_Drogen/aktueller_Programmvorschlag_Drogenpolitik

Um eine Verharmlosung des Rauschmittels Cannabis zu verhindern und um ein Gesetz aufrecht zu erhalten, das aus guten Gründen umstritten ist, wird von der Politik das Leid hunderttausender Menschen hingenommen.
Wer den kostengünstigen Zugang zu medizinischem Cannabis verweigert, wer Patienten auf die Erteilung einer bürokratischen Erlaubnis warten lässt, wo schnelle Hilfe gefordert ist, wer an einem Gesetz festhält, das das Elend von Kranken unnötig vergrößert, hat nicht verstanden, dass Leben auch lebenswert sein muss.
Die Legalisierung von Cannabis als Medizin ist keine Frage der Drogenpolitik, sondern eine der Menschenwürde“

(Aus „Rauschzeichen“, Wurth und Geyer)

Axel Junker
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1
Dez
2011

Lobbyismus der tötet – Fragen an Frau Dyckmans (AbgeordnetenWatch)


Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.11.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Dyckmans,

laut Grundgesetz hat jeder Bürger das Recht auf Leben. Wie ist es in meinem Fall möglich, dass die Politik durch ihre Untätigkeit mir das Recht auf Leben nimmt. Ich besitze eine Ausnahmegenehmigung der Bundesopiumstelle für medizinales Cannabis der Sorte Bedrocan.

 
Die DAK hat einen Kostenübernahmeantrag abgelehnt, obwohl mir in einem MDK-Gutachten bestätigt wurde, dass es sich bei mir um Lebensbedrohung, um Austherapiertheit und um einen positiven Verlauf auf meine Krankheit handelt. Das Bundesverfassungsgericht hat genau diese Punkte in seinem Urteil vom 06-12-2005 Az.: 1 BvR 347/98 gefordert. Ich habe der DAK meine Blutzuckerwerte, die zwischen 420mg/dl und 517mg/dl lagen zugeschickt.
 
Sie lassen mich lieber zum Dialysepatienten, zum Blinden und zum Beinamputierten werden, als zur Vorsorge Bedrocan zu erstatten. Das kann und ist nicht im Sinne der Beitragszahler und in meinem schon mal gar nicht.
 
Nehmen Sie bitte hierzu Stellung und sorgen Sie dafür, das mir nicht das Leben genommen wird.
 
Man kann das Medikament Bedrocan genauso zulassen wie Sativex. Es bedarf nur einer kleinen Gesetzesänderung, so wie sie es auch im Fall Sativex für die Firma BAYER getan haben.
 
Oder hat das etwas mit Lobbyismus zu tun?

Mit freundlichen Grüßen,

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29
Nov
2011

Austherapiert: Ein Schmerzpatient auf Ärzteodyssee


Mein Name ist Uwe Ciecior, ich bin Ende 40, Vater, Großvater und seit 1997 schwerbehindert sowie chronischer Schmerzpatient.

Bei einem schweren Motorradunfall erlitt ich unter anderem einen Plexus-Nervenwurzel-Ausriss C5-C8. Mit anderen Worten eine komplette schlaffe Lähmung des Armes inklusive der Hand. Hinzu kamen Folgeerkrankungen durch den Verlauf der Krankheit und der eingesetzten Medikamente.
Seit meinem Unfall habe ich alle mir zur Verfügung stehenden schulmedizinischen Heilmethoden, Physio- und Gesprächstherapien genutzt, habe mich einer umfangreichen Nerventransplatation unterzogen, hatte eine SCS Operation (spinale cord stimulation) sowie deren partielle Entfernung, dann eine DREZ-Läsion (dorsale Root Entry Zone), mehrere Aufenthalte in Schmerzzentren, private Vorstellungen und Untersuchungen bei Spezialisten im nahen und fernen Ausland, sowie selbst gezahlte alternative Therapien. Mittlerweile gelte ich als austherapiert.

 

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6
Nov
2011

UM JEDEN PREIS VERHINDERN


                         

Ähnlich wie Versicherungsgesellschaften, die z.T. mit schamlosen Hinhalte-Taktiken arbeiten, um vertraglich zugesicherte Auszahlungen von Geldbeträgen im Zweifelsfall an alte oder kranke Vertragspartner durch Inanspruchnahme langer – aber unnötiger Gerichts-Instanzen zu vermeiden, scheint auch das Bundesministerium für Gesundheit im Falle des Eigenanbaus von Marihuana zu medizinischen Zwecken ein stark erhöhtes Interesse daran zu zeigen, dass schwer erkrankte Eigenanbau-Antragsteller ihrer Symptomatiken wegen vorzeitig ins Gras beißen oder zumindest aus finanzieller Not auf die Durchsetzung ihres lindernden und Lebensqualität erhöhenden Anspruchs in Form von Selbstversorgung mit Cannabis verzichten.

Das BMG bedient sich hierbei in schamloser Vorgesetzten-Manier der weisungsgebundenen Bundesopiumstelle und erteilt dieser quasi den behördlichen Befehl, die rechtliche Möglichkeit der Inanspruchnahme eines Antrags auf Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken zu behindern.

Auf die gesundheitliche Situation des Antragstellers wird hierbei keine Rücksicht genommen. So, als wenn das grundgesetzlich verankerte Recht auf körperliche Unversehrtheit nach freiem Belieben und Gutdünken ausgehebelt und ignoriert werden darf.

Dieses Verhalten ist aus Sicht der Betroffenen nicht nur pervers, sondern scheint auch Ausdruck einer immensen Behörden-Furcht vor weiteren Eigenanbau-Anträgen zu sein, welche durch eine hohe Zahl von Cannabis profitierenden Kranken gestellt werden könnte.

„Kalifornische Verhältnisse“ in Deutschland…Das wollen aber weder die auf das gängige BtM-Verbots-Instrumentarium geeichte Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans – noch der in Bezugs aufs Kiffen durch die eigene Karriere scheinbar rasch geläuterte Gesundheitsminister Daniel Bahr.

Vermutlich deshalb herrscht beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) derzeit bloß betretenes Schweigen. Niemand, der sich dort aus Verantwortung für die Belange von leidenden Patienten gerade machen und Rückgrat zeigen würde. Reine Befehlsempfänger allenthalben, die aus Sorge um den Verlust ihres Jobs die kleineren oder größeren Schweinereien gegen Kranke unwidersprochen hinnehmen, mittragen, mitverschulden.

Ähnlich feige handelt man im BMG. Mit Zeit verzögernden Mitteln und wissenschaftlich nicht haltbaren Argumenten trachtet man zu verhindern, dass der Eigenanbau von Cannabis für Patienten sich hierzulande durchsetzt. Keine Spur von „liberal“. Keine Anzeichen von Vorbild-Beispielnahme an Ländern wie Israel, Niederlande und Kanada*, an US-Bundesstaaten wie Oregon, Rhode Island und Colorado. Oder an Spanien, wo sich wegen der gut funktionierenden „Social Clubs“ für Patienten die Frage nach aufwendigen Antragstellungen, Klageverfahren und Zeitschindereien gar nicht erst stellt, weil dort jeder Patient auf simple Weise Mitglied in solchen Selbstversorgungs-Organisationen werden kann und seinen persönlichen Bedarf an Cannabis unproblematisch zu decken in der Lage ist.

Die Haltung des BMG ist furchtbar. Ähnlich furchtbar ist das permanente Wiederkäuen hohler Phrasen seitens der Bundesdrogenbeauftragten in Sachen medizinische Verwendung von Cannabis.

Es wird – eben wie bei den Versicherern – auf Zeit gespielt und still und heimlich auf Progression der Krankheitsverläufe gesetzt.

Dabei ist die „Verpflichtung zur Einhaltung des internationalen Drogenschutzabkommens“, die hierzulande noch immer als Rechtfertigung dafür herangezogen wird, dass schwer erkrankte Menschen mit ihrer Forderung nach Eigenanbaumöglichkeiten für Cannabis und/oder der Schaffung einer Cannabis-Agentur nach niederländischem Vorbild scheitern, nichts Anderes als ein politisches Alibi für überkommenes Abstinenz-Denken.

Insbesondere deshalb, weil a) andere Schwerkranke in Deutschland z.B. mit dem Betäubungsmittel Diamorfin (Heroin) gesundheitlich und sozial stabilisiert werden und weil b) gleich mehrere Unterzeichnerstaaten des Abkommens die Versorgung ihrer von Cannabis profitierenden Patienten ungerügt und ohne Furcht vor etwaigen Sanktionen gewährleisten.

„Schaden vom Volk abwenden“, lautet der Auftrag der Gewählten.

„Schädlinge abwählen“ scheint hingegen (auch) Patienten-Auftrag zu sein.

Versichern jedenfalls nützt nicht(s).

Kanada: 34.278.400 Einwohner – 12.116 Personen besitzen eine Erlaubnis zum Besitz von Cannabis für medizinische Zwecke.

Deutschland: 81.724.000 Einwohner – nur ca. 60 Personen besitzen eine Erlaubnis zum Besitz von Cannabis für medizinische Zwecke.

 

                                                           

               UM JEDEN PREIS VERHINDERN !

Axel Junker

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27
Okt
2011

Abgeordnetenwatch Frau Dyckmans Schweigen


Frage zum Thema Soziales
13.09.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Dyckmans,

ich beziehe mich konkret auf die Frage Herrn Stefan M. vom 07.08.2011 und Ihrer Gegenantwort vom 12.09.2011.

Es wurden gezielt Fragen an Sie gestellt, wie: "Warum schreiben Sie etwas zum Thema Legalisierung, obwohl ich danach überhaupt nicht gefragt habe?" oder eine Nachfrage auf nach wie vor offene Fragen aus einer vorangegangen Fragestellund die nicht endgültig beantwortet wurden.

Generell wurde schon oft angeprangert, dass Ihre Antworten "themenbezogener und konkreter formuliert werden könnten, als dies was wir von Ihnen zu lesen bekommen". Auch ich hatte das Gefühl bei eigenen Anfragen, die Antwort nicht auf meine eigentliche Kernfrage bekommen zu haben.

Wie ist es zu erklären das oft Fragen grade beim Thema Cannabis teils nur zur Hälfte beantwortet werden, teils Antworten gegeben werden die nicht zum Kernthema passen und des Öfteren Fragen komplett offen gelassen werden?

Haben Sie kein Interesse daran das Ihre Politik auch vom Endverbraucher verstanden wird, da der Eindruck entsteht das regelrecht abgeblockt wird von Ihnen?

Immerhin repräsentieren Sie auch eine Partei nach außen, dort hätte ich persönlich mit etwas mehr Engagement gerechnet als "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich nicht jede einzelne Frage im Detail beantworten kann"

Ich freue mich über eine Antwort um Ihre politische Einstellung zu verstehen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

 

Mit freundlicher Genehmigung von abgeordnetenwatch.de:

Um die Antwort zu lesen, klicken Sie folgenden Link an:
http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-575-37544–f310741.html#q310741

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