Irene: Ihr Brief, der sehr ausführlich war, aber dennoch die Frage der Sachkenntnisprüfung offen läßt

Sehr geehrter Dr. Schinkel !

Ich bedanke mich für Ihren letzten Brief, der sehr ausführlich war, aber dennoch die Frage der Sachkenntnisprüfung offenläßt.
Ich bin 58 Jahre alt und seit 1985 HIV und Hep.C infiziert. Da haben Sie schon recht mit der Vermutung, daß ich nicht mehr studieren werde. Außerdem habe ich den Eindruck gewonnen, daß es sich hierbei eher um eine Kontrollinstanz als um die Sachkenntnis von Cannabis handelt. Deshalb rief meine Tochter Sie an, da sie am ehesten für den Sachkenntnisnachweis in Frage käme. Sie begleitet mich bei Arztbesuchen, hat eine Ausbildung in Klassischer Homöopathie und ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis. Da ich seit Jahren keinen Hausarzt mehr habe, sondern aufgrund meiner guten Befunde nur
2 mal jährlich eine Hamburger AIDS-Ambulanz aufsuche, kommt Dr. S. nicht dafür in Frage.
Der Arzt meines Vertrauens, Dr. V. praktiziert in Krefeld. Er bekommt von mir die aktuellen Befunde aus Hamburg, berät mich Fach- und Naturheilkundig. Einmal im Jahr werde ich persönlich vorstellig. Krefeld ist ca. 600 km von hier entfernt.
Mein erster "AIDS-Doktor" war Dr. W., 1985 Leiter des Flensburger Gesundheitsamtes. Er ist Politiker geworden, nach Berlin gegangen und somit auch nicht verfügbar als meine persönliche Kontrollinstanz. Einmal jährlich suche ich ihn in seiner Flensburger Sprechstunde auf. Er kennt meinen Verlauf von Anfang an und war zumindest so fair mir eine der Wahrheit entsprechende Gutachterliche Stellungnahme zu schreiben. Ich werde Ihnen auch ein zögerliches Gutachten meiner ehemaligen Hausärztin a.D.
mitschicken, welches sie unter größter Angst geschrieben hat, weil sie der Meinung war sich damit strafbar zu machen. Das hat mich damals sehr schockiert !
Ich wünschte mir Sie würden bei anderen Medikamenten auch so hohe Hürden stecken, dann hätten Sie so manchen Medikamentenskandal mit Todesfolgen ( Lipobay u.u.u.)verhindern können und mir hätte man als 9 jähriges Kind kein Contergan einflössen müssen ! Mein erster Leberschaden 1970 (Hep.A) war eine Folge von RIMIFON, welches man mir für die Behandlung von Morbus Boeck verordnete. Leider habe ich nicht auf den anthoprosophischen Arzt gehört, der mir das voraussgesagt hatte !
Fast täglich erblicke ich Zeitungsannoncen in denen Medikamententester gesucht werden. Dort könnte ich mich also ganz legal , geschützt durch den Staat vergiften lassen.
2 Hamburger AIDS-Ambulanzen habe ich bereits verlassen, weil man mich zu Studienzwecken überreden wollte. Wie es aussieht, werde ich die dritte und letzte Hamburger AIDS-Ambulanz auch bald verlassen. Der dortige Arzt Dr.
S. versucht meinen außergewöhnlich guten Krankheitsverlauf als CCR 5-Mutation abzutun. Auf nähere Anfrage erfuhr ich daß das eine reine Vermutung sei, nicht nachweisbar. Meine guten Blutwerte sind aber keine Vermutung, sondern Fakt. Und Fakt ist auch, daß ich seit 22 Jahren meine 3 Hauptsymptome (Appetitlosigkeit, neuropathische Schmerzen und innere Unruhe) erfolgreich durch den Gebrauch von natürlichem Cannabis im Griff habe, ohne daß ich "breit " durchs Dorf laufe. Die Dosierung hat sich im Laufe der ganzen Zeit nicht erhöht.
Dr. Stoehr glaubt auch eher an bunte Pillen und CCR 5 Mutationen. Außerdem hat er ein Problem damit mir eine den Fakten entsprechende Gutachterliche Stellungnahme zu schreiben. Es bedarf also noch einiger Zeit und Anrufe und ob Dr. S. dann noch mein Arzt ist wird sich rausstellen. Ich verachte Feigheit!
Deshalb bitte ich Sie um eine Fristverlängerung bis zum 30.5.d.J.

Mit der Bitte um eine kurze Bestätigung und freundlichem Gruß, Irene Weber  

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