Nach einer Meldung der dpa (Deutsche Presseagentur) ist die
Unterstützung für die medizinische Verwendung von Cannabis in
allen gesellschaftlichen Schichten und Gruppen groß. Zwei Drittel
der Befragten unterstützen zudem die Kostenübernahme des
Medikaments Dronabinol (THC) durch die Krankenkassen. In der
Meldung unter dem Titel "Umfrage: Kaum Vorbehalte gegen
Cannabis-Medizin" heißt es:
"Die Verwendung von Cannabis zur Behandlung Schwerkranker
findet in Deutschland einer Umfrage zufolge breite Zustimmung. Bei
einer Emnid-Befragung im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft
Cannabis als Medizin (ACM) waren mehr als 75 Prozent der
angerufenen Bürger dafür, Cannabis-Produkte zur Therapie
chronischer Schmerzen oder zur Linderung der Spastiken bei
Multipler Sklerose zuzulassen. Das teilte der Vorsitzende der
Arbeitsgemeinschaft, Franjo Grotenhermen, am Freitag in Rüthen
(Kreis Soest) mit. Die Zustimmung gehe quer durch die
Bevölkerung, sagte Grotenhermen. Am größten sei sie in
gebildeten Schichten, bei Männern und bei Anhängern der
kleineren Parteien FDP, Grüne und Linkspartei. Auffällig ist die mit
55 Prozent vergleichsweise geringe Akzeptanz von Cannabis-
Medizin bei Schülern. Das Ergebnis der Befragung von 1001
Bürgern hat wenig mit dem eigenen Cannabis-Konsum der
Befragten zu tun. Der Großteil der Interviewten gab an, selber nie
Cannabis geraucht zu haben. Dennoch sprachen sich auch aus
dieser Gruppe 73 Prozent für die medizinische Nutzung aus. Die
ACM hatte auch fragen lassen, wie die Bundesbürger zur
Übernahme der Kosten für eine Cannabis-Behandlung stehen.
Auch hier sprachen sich rund zwei Drittel (65 Prozent) für eine
Kostenübernahme durch die Krankenkassen aus. Nach Auskunft
der ACM helfen Cannabis-Produkte unter anderem bei Multipler
Sklerose und chronischen Schmerzen Krebskranker. Bisher
müssten Betroffene häufig langwierig mit Behörden, Ärzten und
Kassen um die Nutzung von Cannabis-Medizin und die Übernahme
der Kosten kämpfen. In der Bundesrepublik dürfen laut
Grotenhermen nur 40 Patienten Cannabis aus der Apotheke
beziehen. In anderen Ländern wie beispielsweise Kanada und
Spanien seien verschiedene Cannabis- Medikamente zugelassen.
‘Außerdem werden Kranke, die sich selber mit Cannabis versorgen,
in diesen Ländern strafrechtlich nicht verfolgt’, sagte
Grotenhermen."
Weitere Informationen zur Umfrage:
Die Befürwortung der medizinischen Verwendung von Cannabis ist
am höchsten in gebildeten Schichten, bei Männern und bei
Anhängern der kleineren Parteien FDP, Grüne und Linkspartei,
liegt jedoch auch bei Befragten mit mittlerem Bildungsabschluss
und bei Anhängern von CDU oder CSU noch über 75 Prozent.
Sind Sie der Meinung, dass auch in Deutschland die Möglichkeit
bestehen sollte, dass wie in diversen anderen Ländern Patienten
Cannabis gegen ihre Symptome einsetzen dürfen, oder sind Sie
dagegen? Nach dieser Frage sprechen sich 76 Prozent der
Deutschen dafür aus, eine Behandlung von Schwerkranken mit
natürlichen Cannabisprodukten zuzulassen, während 18 Prozent
dies verbieten wollen und 6 Prozent unentschieden sind oder keine
Angabe machten. Die Frage wird in Ost und West und unabhängig
vom Einkommen ähnlich bewertet. Die Zustimmung ist bei den
Männern mit 82 Prozent größer als bei den Frauen mit 70 Prozent
und am höchstens in der Altersklasse der 50- bis 59-Jährigen.
Bezogen auf den Bildungsgrad, sprechen sich Befragte mit Abitur
oder abgeschlossenem Studium besonders stark für die
Verwendung von Cannabis bei Schwerkranken aus, nämlich zu 85
Prozent. Parteipolitisch wird die Forderung nach einem legalen
Zugang zu Cannabis für Kranke am stärksten von Anhängern der
Grünen mit 90 Prozent, der FDP und der Linken mit jeweils 85
Prozent und der SPD mit 83 Prozent unterstützt. Anhänger der
Unionsparteien sprachen sich zu 77 Prozent und Nichtwähler zu 72
Prozent für die Möglichkeit der Behandlung von Schwerkranken mit
natürlichen Cannabisprodukten aus.
Bei der zweiten Frage sprachen sich 65 Prozent der Deutschen
dafür aus, dass die Krankenkassen die Kosten für eine Behandlung
mit Cannabisprodukten erstatten. 27 Prozent waren dagegen, 2
Prozent dafür, wenn die Medikamente wirken, und 6 Prozent
machten keine Angaben. Die Befragten waren darüber informiert
worden, dass der Cannabiswirkstoff Dronabinol in Deutschland von
Ärzten verschrieben werden darf, dass die Krankenkassen jedoch
nicht verpflichtet sind, die Kosten der Behandlung mit diesem
Medikament zu übernehmen. Die Einstellungen der
unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen sind hier ähnlich
verteilt wie bei der Frage nach dem Einsatz natürlicher
Cannabisprodukte.
Mehr unter:
– http://www.krankenkassen.de/dpa/175241.html
– http://www.cannabis-med.org/german/emnid_2010.pdf
aus den ACMInformationen vom 14.August 2010
Nach einer Meldung der dpa (Deutsche Presseagentur) ist die
Unterstützung für die medizinische Verwendung von Cannabis in
allen gesellschaftlichen Schichten und Gruppen groß. Zwei Drittel
der Befragten unterstützen zudem die Kostenübernahme des
Medikaments Dronabinol (THC) durch die Krankenkassen. In der
Meldung unter dem Titel "Umfrage: Kaum Vorbehalte gegen
Cannabis-Medizin" heißt es: "Die Verwendung von Cannabis zur Behandlung Schwerkranker
findet in Deutschland einer Umfrage zufolge breite Zustimmung. Bei
einer Emnid-Befragung im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft
Cannabis als Medizin (ACM) waren mehr als 75 Prozent der
angerufenen Bürger dafür, Cannabis-Produkte zur Therapie
chronischer Schmerzen oder zur Linderung der Spastiken bei
Multipler Sklerose zuzulassen. Das teilte der Vorsitzende der
Arbeitsgemeinschaft, Franjo Grotenhermen, am Freitag in Rüthen
(Kreis Soest) mit. Die Zustimmung gehe quer durch die
Bevölkerung, sagte Grotenhermen. Am größten sei sie in
gebildeten Schichten, bei Männern und bei Anhängern der
kleineren Parteien FDP, Grüne und Linkspartei. Auffällig ist die mit
55 Prozent vergleichsweise geringe Akzeptanz von Cannabis-
Medizin bei Schülern. Das Ergebnis der Befragung von 1001
Bürgern hat wenig mit dem eigenen Cannabis-Konsum der
Befragten zu tun. Der Großteil der Interviewten gab an, selber nie
Cannabis geraucht zu haben. Dennoch sprachen sich auch aus
dieser Gruppe 73 Prozent für die medizinische Nutzung aus. Die
ACM hatte auch fragen lassen, wie die Bundesbürger zur
Übernahme der Kosten für eine Cannabis-Behandlung stehen.
Auch hier sprachen sich rund zwei Drittel (65 Prozent) für eine
Kostenübernahme durch die Krankenkassen aus. Nach Auskunft
der ACM helfen Cannabis-Produkte unter anderem bei Multipler
Sklerose und chronischen Schmerzen Krebskranker. Bisher
müssten Betroffene häufig langwierig mit Behörden, Ärzten und
Kassen um die Nutzung von Cannabis-Medizin und die Übernahme
der Kosten kämpfen. In der Bundesrepublik dürfen laut
Grotenhermen nur 40 Patienten Cannabis aus der Apotheke
beziehen. In anderen Ländern wie beispielsweise Kanada und
Spanien seien verschiedene Cannabis- Medikamente zugelassen.
'Außerdem werden Kranke, die sich selber mit Cannabis versorgen,
in diesen Ländern strafrechtlich nicht verfolgt', sagte
Grotenhermen." Weitere Informationen zur Umfrage:
Die Befürwortung der medizinischen Verwendung von Cannabis ist
am höchsten in gebildeten Schichten, bei Männern und bei
Anhängern der kleineren Parteien FDP, Grüne und Linkspartei,
liegt jedoch auch bei Befragten mit mittlerem Bildungsabschluss
und bei Anhängern von CDU oder CSU noch über 75 Prozent.
Sind Sie der Meinung, dass auch in Deutschland die Möglichkeit
bestehen sollte, dass wie in diversen anderen Ländern Patienten
Cannabis gegen ihre Symptome einsetzen dürfen, oder sind Sie
dagegen? Nach dieser Frage sprechen sich 76 Prozent der
Deutschen dafür aus, eine Behandlung von Schwerkranken mit
natürlichen Cannabisprodukten zuzulassen, während 18 Prozent
dies verbieten wollen und 6 Prozent unentschieden sind oder keine
Angabe machten. Die Frage wird in Ost und West und unabhängig
vom Einkommen ähnlich bewertet. Die Zustimmung ist bei den
Männern mit 82 Prozent größer als bei den Frauen mit 70 Prozent
und am höchstens in der Altersklasse der 50- bis 59-Jährigen.
Bezogen auf den Bildungsgrad, sprechen sich Befragte mit Abitur
oder abgeschlossenem Studium besonders stark für die
Verwendung von Cannabis bei Schwerkranken aus, nämlich zu 85
Prozent. Parteipolitisch wird die Forderung nach einem legalen
Zugang zu Cannabis für Kranke am stärksten von Anhängern der
Grünen mit 90 Prozent, der FDP und der Linken mit jeweils 85
Prozent und der SPD mit 83 Prozent unterstützt. Anhänger der
Unionsparteien sprachen sich zu 77 Prozent und Nichtwähler zu 72
Prozent für die Möglichkeit der Behandlung von Schwerkranken mit
natürlichen Cannabisprodukten aus.
Bei der zweiten Frage sprachen sich 65 Prozent der Deutschen
dafür aus, dass die Krankenkassen die Kosten für eine Behandlung
mit Cannabisprodukten erstatten. 27 Prozent waren dagegen, 2
Prozent dafür, wenn die Medikamente wirken, und 6 Prozent
machten keine Angaben. Die Befragten waren darüber informiert
worden, dass der Cannabiswirkstoff Dronabinol in Deutschland von
Ärzten verschrieben werden darf, dass die Krankenkassen jedoch
nicht verpflichtet sind, die Kosten der Behandlung mit diesem
Medikament zu übernehmen. Die Einstellungen der
unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen sind hier ähnlich
verteilt wie bei der Frage nach dem Einsatz natürlicher
Cannabisprodukte. Mehr unter:
- http://www.krankenkassen.de/dpa/175241.html
- http://www.cannabis-med.org/german/emnid_2010.pdf aus den ACMInformationen vom 14.August 2010
Tags:
ACM,
Apotheke,
Arbeitsgemeinschaft,
Betroffene,
Cannabis,
Cannabis als Medizin,
cannabis-med.org,
Cannabis-Medizin,
Cannabisprodukte,
CDU,
CSU,
Deutschland,
Dronabinol,
EMNID,
FDP,
Franjo Grotenhermen,
Kanada,
Konsum,
Kranke,
Krankenkasse,
Kranker,
Linderung,
Medikament,
Medizin,
Patient,
Rüthen,
Schmerz,
Schmerzen,
SPD,
THC,
Therapie,
Umfrage,
Verwendung

Appell an die Bundesregierung: Drogenpolitik weiterdenken – Entkriminalisierung ausgestalten
Pressemitteilung vom 24.11.2009
Anlässlich der Ernennung der Drogenbeauftragten Dyckmans erklärt Prof. Dr. jur., Dipl.-Psych. Lorenz Böllinger, Sprecher des Schildower Kreises:
„Wir begrüßen die neue Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans in ihrem Amt. Damit verbinden wir die Hoffnung auf ein Ende des Stillstandes in der Drogenpolitik. Nach der Legalisierung von Diamorphin zu medizinischen Zwecken sind nun weitere mutige Schritte nötig. Gerade als Juristin sollte Frau Dyckmans um gesetzgeberische Initiativen bemüht sein, die ansatzweise praktizierte Entkriminalisierung des Drogengebrauchs in Deutschland endlich in eine rechtlich einwandfreie Form zu bringen. Dazu kann inzwischen auf umfangreiche Erfahrungen in anderen Ländern zurückgegriffen werden. Entscheidend ist der Vorrang der Sozial- und Gesundheitspolitik vor der Strafverfolgung sowie die Berücksichtigung der Eigenverantwortung des Einzelnen.
Der Staat darf die Bürger durch die Drogenpolitik nicht schädigen. Es ist deshalb notwendig, Schaden und Nutzen der Drogenpolitik ideologiefrei wissenschaftlich zu überprüfen. Der Bundestag sollte hierzu eine Enquête-Kommission einrichten, die sich grundsätzliche Gedanken macht. Auch die Abschaffung der Drogenprohibition und die Möglichkeit legaler Bezugswege müssen hierbei in Erwägung gezogen werden.“
Reputation der Pharmaindustrie sinkt auf Rekord-Tief
http://www.pkv-private-krankenversicherung.net/ansehen-der-pharmaindustrie-in-der-bevoelkerung-direkt-hinter-drogen-dealer-922
PKV, 09.02.2010 - Schwere Vorwürfe muss sich die Pharmaindustrie von Ex-Arzneimittelprüfer Peter Sawicki gefallen lassen. Mangelhafte Produktpipelines und fehlende ethische Verantwortung deutscher Pharmakonzerne sollen bei einem Großteil der Bevölkerung inzwischen Verstimmung ausgelöst haben. Sogar Manager von Großkonzernen bestätigen den inzwischen schlechten Ruf bei den Bürgern, der so weit gehe, dass die Pharmabranche im Ansehen "direkt nach den Drogen-Dealern komme".
Unterfranken: Drei Schmerzpatienten berichten über Linderungen und Nöte mit Cannabis aus der Apotheke.
Weiterlesen …
Appell an die Bundesregierung: Drogenpolitik weiterdenken - Entkriminalisierung ausgestalten Pressemitteilung vom 24.11.2009 Anlässlich der Ernennung der Drogenbeauftragten Dyckmans erklärt Prof. Dr. jur., Dipl.-Psych. Lorenz Böllinger, Sprecher des Schildower Kreises: „Wir begrüßen die neue Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans in ihrem Amt. Damit verbinden wir die Hoffnung auf ein Ende des Stillstandes in der Drogenpolitik. Nach der Legalisierung von Diamorphin zu medizinischen Zwecken sind nun weitere mutige Schritte nötig. Gerade als Juristin sollte Frau Dyckmans um gesetzgeberische Initiativen bemüht sein, die ansatzweise praktizierte Entkriminalisierung des Drogengebrauchs in Deutschland endlich in eine rechtlich einwandfreie Form zu bringen. Dazu kann inzwischen auf umfangreiche Erfahrungen in anderen Ländern zurückgegriffen werden. Entscheidend ist der Vorrang der Sozial- und Gesundheitspolitik vor der Strafverfolgung sowie die Berücksichtigung der Eigenverantwortung des Einzelnen. Der Staat darf die Bürger durch die Drogenpolitik nicht schädigen. Es ist deshalb notwendig, Schaden und Nutzen der Drogenpolitik ideologiefrei wissenschaftlich zu überprüfen. Der Bundestag sollte hierzu eine Enquête-Kommission einrichten, die sich grundsätzliche Gedanken macht. Auch die Abschaffung der Drogenprohibition und die Möglichkeit legaler Bezugswege müssen hierbei in Erwägung gezogen werden.“ Reputation der Pharmaindustrie sinkt auf Rekord-Tief http://www.pkv-private-krankenversicherung.net/ansehen-der-pharmaindustrie-in-der-bevoelkerung-direkt-hinter-drogen-dealer-922 PKV, 09.02.2010 - Schwere Vorwürfe muss sich die Pharmaindustrie von Ex-Arzneimittelprüfer Peter Sawicki gefallen lassen. Mangelhafte Produktpipelines und fehlende ethische Verantwortung deutscher Pharmakonzerne sollen bei einem Großteil der Bevölkerung inzwischen Verstimmung ausgelöst haben. Sogar Manager von Großkonzernen bestätigen den inzwischen schlechten Ruf bei den Bürgern, der so weit gehe, dass die Pharmabranche im Ansehen "direkt nach den Drogen-Dealern komme". Unterfranken: Drei Schmerzpatienten berichten über Linderungen und Nöte mit Cannabis aus der Apotheke. http://www.mainpost.de/lokales/franken/Cannabis-im-Arzneischraenkchen;art1727,5461980 Würzburg, 10.02.2010 – Einen langen Atem und lange Wege erforderte es, endlich die Ausnahmegenehmigung von der Bundesopiumstelle zu erhalten. Doch schließlich dürfen drei Patienten aus Unterfranken ihr erstes Cannabis aus der Apotheke in Empfang nehmen - für stolze 12 Euro je Gramm. Die Erleichterung weicht schnell neuen Aspekten: „Die Angst, diffamiert und denunziert zu werden, ist nach wie vor da“... Unkalkulierbare Langzeitrisiken durch chemische Streckmittel in Cannabis http://www.schwarzwaelder-bote.de/wm?catId=7830222&artId=14675518 Horb, 11.02.2010 – Jüngste Streckmittelopfer sind zwei Jugendliche aus Horb, welche seit dem Konsum von gestrecktem Marihuana über erhebliche Gesundheitsbeschwerden klagen. Kein Arzt konnte bislang helfen, da diagnostische Verfahren fehlen. „Ich kann Ihnen mindestens 200 Leute bringen, die diese Probleme haben“, so einer der Geschädigten. Die beiden jungen Leute wollen nun die Öffentlichkeit verstärkt auf die Problematik aufmerksam machen. Umdenken im Land der unbegrenzten Ausnahmefälle http://www.neues-deutschland.de/artikel/164997.medikament-oder-droge.html Neues Deutschland, 13.02.2010 – Die bisher führende Nation im „War on Drugs“ ändert neuerdings ihre Marschrichtung hinsichtlich der medizinischen Verwendung von Cannabis. Dies ist möglicherweise nicht zuletzt der American Medical Association (AMA), der konservativen Vereinigung amerikanischer Ärzte zu verdanken, die jüngst für eine Umstufung von Cannabis in den Status von verschreibungsfähigen Medikamenten plädierte. Etliche aktuelle Studien konnten die Wirksamkeit von THC erneut eindrucksvoll belegen. Am 16. Dezember 2009 schließlich unterzeichnete Präsident Barack Obama ein Gesetz, das den Weg für die legale medizinische Verwendung von Cannabis ebnet. „Affäre Cannabis-Arzt“: Ermittlungen wurden eingestellt http://www.derwesten.de/staedte/ruethen/Ermittlungsverfahren-gegen-Cannabis-Arzt-eingestellt-id2604426.html Rüthen, 18.02.2010 – Nachdem durch eine unglückliche Kette von Verstrickungen der Vorsitzende der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft „Cannabis als Medizin” (ACM), Franjo Grotenhermen, ins Visier der Strafjustiz gerückt war, wurde nun das Ermittlungsverfahren eingestellt. Grotenhermen war zwischenzeitlich Handel mit Betäubungsmitteln vorgeworfen worden, da er als Beiratsmitglied die „Hanfapotheke“ unterstützte. Die generelle Bedarfssituation sei jedoch noch immer dramatisch, zahllose Patienten würden aufgrund der gesetzlichen Hürden in den illegalen Markt abgedrängt. Kommentar: „Ja – und nun?“ möchte man angesichts immer noch ungelöster und nicht angegangener Problematik fragen. Man schaut hinüber in die USA – ins Mutterland der Cannabisprohibition - und fragt sich kopfschüttelnd: „Warum passiert nur da drüben alles Mögliche in Bezug auf Cannabis als Medizin – und hier rein gar nichts?“ Nach teils 7-8 Jahre dauernden Marathon-Hürdenläufen schwerst geplagter Mitbürger werden bei uns zwischenzeitlich ein paar Handvoll Ausnahmegenehmigungen in schönster Almosen-Manier unter die Schwerkranken gebracht und damit ist der großzügigen Hilfe auch schon Genüge getan. Für die Problematik der immensen, nicht erstattungsfähigen Kosten (die deutlich über den Schwarzmarktpreisen liegen), welche die Schwerkranken für das Apotheken-Cannabis langfristig aufzubringen haben, fühlt sich bis dato allerdings niemand zuständig.... War das womöglich schon alles ? Was ändert unsere neue, juristisch gebildete Drogenbeauftragte denn nun explizit an der Situation der von pflanzlichem Cannabis profitierenden Patienten hierzulande? NICHTS! Das belegen ihre zahlreichen, aus hohlen Textbausteinen zusammengesetzten Antworten auf www.abgeordnetenwatch.de zum Thema Cannabismedizin. Dabei gäbe es genug zu tun, denn nicht nur nach Prof. Böllingers Auffassung schädigt der Staat seine Bürger durch die aktuelle Drogenpolitik. Nach unserer (Patienten-)Auffassung schädigt der Staat sogar enorm, indem er z.B. a) verwaltungsbürokratische Normen aufstellt, die das Testen jedweden möglichen anderen (zugelassenen) Arzneimittels zur Pflicht macht, bevor Cannabis als „letzte Option“ in Betracht kommt. Konkret bedeutet dies für ohnehin schon leidende Patienten, eine Unzahl verschiedener Nebenwirkungen von diversen Arzneien erdulden zu müssen, bevor das von ihm selbst als bestmöglich erfahrene lindernde Mittel zum Einsatz gelangen darf. b) aufwändige Facharztberichte im Sinne einer Nutzen/Risiko-Analyse von behandelnden Ärzten verlangt, welche einerseits aufgrund mangelhafter staatlicher Aufklärungspolitik nur ungenügend informiert sind (in Bezug auf das medizinische Potenzial der Cannabispflanze), und die andererseits „das Heiße Eisen Cannabis“ schon deshalb nicht anfassen mögen, weil es als gelistete Substanz der sog. „Anlage I zum BtmG“ noch immer als nicht verschreibungsfähig gilt; c) wissenschaftliche Studien zum Beleg der Wirksamkeit von Cannabis Sativa bei einer Vielzahl an Erkrankungen weder fordert noch fördert bzw. finanziert, und vermutlich positive Ergebnisse bisheriger Untersuchungen bewusst unterschlägt, weil derartige Eingeständnisse die Lukrativität synthetischer Pharma-Präparate vermissen lassen dürfte. d) keinerlei Maßnahmen trifft, die oftmals mehr als drei Monate dauernde Bearbeitungszeit der § 3 BtmG - Ausnahme-Erlaubnisanträge bei der Bundesopiumstelle zu verkürzen, indem mehr als nur ein/e einzige/r Sachbearbeiter/in vom BfArM für die Bearbeitung abgestellt wird. Der durch verweigerte Planstellen entstandene Antragsstau geht in Form von zu erwartender Krankheitsprogredienz zu Lasten der in der Warteschleife befindlichen Patienten – und wird hartnäckig ignoriert. Keine AMA und kein renommierter Strafrechtler, welcher klar auf den offenen Bruch des Grundgesetzes hinweist, vermögen jedoch einen Anstoß oder ein Umdenken im konservativen Denkwerk unserer jetzigen Drogenbeauftragten zu bewirken - wenngleich sie einen winzigen Lichtstreifen der Hoffnung am dunklen Horizont verzweifelter deutscher Cannabis-Patienten erstrahlen lassen. Die unerträglich langsam mahlende Mühle der Mechthild Dykmans indes dürfte somit weiterhin dafür sorgen, dass schmerzgeplagte, kostengeschröpfte und mit leeren Worthülsen hingehaltene Schwerstkranke zwischen Politik und Rechtsprechung, zwischen Gutmenschbigotterie und Pseudo-Humanität langsam aber sicher ans Ende nicht nur ihrer energetischen Substanz aufgerieben werden. Dabei könnte alles so einfach sein - wenn die Entscheidungsträger aus Gesundheits- sowie Justizwesen kurz ihren Blick heben und über den krampfhaft hochgehaltenen deutschen Tellerrand blicken könnten, um zu erkennen, dass es längst auch anders geht – z.B. im Mutterland der medizinischen Cannabis-Vergabe! A. J.
Tags:
ACM,
Apotheke,
Arbeitsgemeinschaft,
Arzneimittel,
Arzt,
Ausnahmegenehmigung,
BfArM,
BtMG,
Bundesregierung,
Bundestag,
Cannabis,
Cannabis als Medizin,
Deutschland,
Erlaubnis,
Franjo Grotenhermen,
Hanf,
Klage,
Konsum,
Kranke,
Krankheit,
Legalisierung,
Linderung,
Lorenz Böllinger,
Medikament,
Medizin,
MS,
Patient,
Politik,
Rüthen,
Schmerz,
Schmerzpatient,
THC,
Umstufung,
USA,
Verwendung,
Würzburg