7
Nov
2011

Eigenanbau für Patienten – TR-Beitrag vom 01.11.2011


Günter und Oliver gehören zu den rund 60 Deutschen, die natürliches Cannabis als Medizin nutzen dürfen.

Doch leider zahlt die Krankenkasse die Kosten nicht. Selbst bei austherapierten Patienten, bei denen nachweislich nur Cannabis hilft wird hier auf dem Rücken der Patienten Pharmalobbypolitik betrieben – und den Patienten die vom Grundgesetz garantierte Schmerzlinderung verweigert.

 

 

Nun läuft ein Eilverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland (genauer Bundesopiumstelle innerhalb des BfArM) zur Kostenübernahme oder Erlaubnis des Eigenanbaus.

 

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31
Okt
2011

Science vs. Stigma Film (Englisch)


 SCIENCE VS. STIGMA Film in Englisch

"Proving once again that fact is stranger than fiction, brave medical patients share their struggles to access an unjustly demonized medicinal herb that helps them. A compassionate doctor presents scientific evidence to support the stigmatized plant’s effectiveness in treating more than a dozen medical conditions. This film puts a human face on some of the collateral damage from the war on drugs.

Produced by Maine Green Cross.

This is the complete film. Wait for ten seconds of black, then a slate, then ten seconds black to start film." (Quelle:  http://vimeo.com/31260840)
 

Leider wurde das direkte Einbetten des Videos in andere Webseiten abgeschaltet.
Aber hier der Link zum Video:

http://vimeo.com/31260840

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10
Nov
2010

Sicherheitsbedenken und akute Versorgungs-Unzuverlässigkeiten

Eintrag unter News | 1 Kommentar »

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat in jüngster Zeit mehrere Patienten-Anträge auf Eigen(bedarfs)anbau von Cannabis abgelehnt. Einem Aktenvermerk in der Sache Michael Fischer zufolge kann davon ausgegangen werden, dass das Deutsche Bundesministerium für Gesundheit (BMG) als direkter Weisungsgeber diese Ablehnungen zu verantworten hat. Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, FDP, warnt bekanntlich vehement vor jeglichem Eigen(bedarfs)anbau, ohne aber dabei schwer bedürftige Schmerzpatienten von zu schützenden Jugendlichen zu unterscheiden.

Es herrscht Gewissheit darüber, dass die Regierungskoalition aus CDU, CSU und FDP nicht nur mit narzisstischer Ignoranz und beflissenem Pharma-Lobbying protzen, sondern auch mit offen zur Schau getragener Arroganz gegenüber schwerstkranken Mitbürgern… – welchen sie die sichere Selbstversorgung mit Cannabis mit unsäglichen Hinhalte-Schikanen vereiteln, verlängern, verteuern, oder gar unmöglich machen.

Während Frau Dyckmans – etwa unter Abgeordnetenwatch ( http://www.abgeordnetenwatch.de/mechthild_dyckmans-575-37544.html#questions) – ihre negative Haltung in erster Linie damit begründet, dass im "Heim-Anbau" keine Standardisierung gemäß Arzneimittel-Zulassungsrecht möglich sei, (hier werden mögliche Nebenwirkungen als "gesundheitliche Gefahren" hingestellt), argumentiert das BfArM/BMG auch mit Zweifeln an der Sicherung des Krautes gegen unbefugte Wegnahme:

Auszug aus einer Eigenanbau-Ablehnung:

Dieser Art des beantragten Betäubungsmittelverkehrs (Anbau in einer Privatwohnung zu medizinischen Zwecken) stehen im konkreten Einzelfall zwingende Versagungsgründe des § 5 Absatz 1 BtMG entgegen, die auch mittels Nebenbestimmungen nach § 9 Absatz 2 BtMG nicht überwunden werden können.

a.) Nach § 5 Absatz 1 Nummern 4 und 5 BtMG ist die Erlaubnis nach § 3 BtMG zu versagen, wenn die Sicherheit oder Kontrolle des Betäubungsmittelverkehrs nicht gewährleistet ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn geeignete Räume, Einrichtungen und Sicherungen für die Teilnahme am Betäubungsmittelverkehr nicht vorhanden sind (§ 5 Absatz 1 Nummer 4 BtMG).

 

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27
Aug
2010

Über das regierungsamtliche Cannabis-Märchen


Etwa Mitte August 2010:

Einige deutsche Zeitungen – darunter die Süddeutsche – verkünden die vermeintlich überraschende Nachricht der Koalition, Cannabis werde als Medikament zugelassen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/cannabis-medikamente-drogen-auf-rezept-1.988986

Indes suggerierten diese Presse-Artikel den interessierten Lesern die humane Botschaft, dies sei ein bedeutender Fortschritt in der Behandlung von Schwerstkranken.

Ein Meilenstein in der deutschen Gesundheitspolitik schien passiert, endlich sollen Patienten den Wirkstoff zugebilligt bekommen, der ihnen nachweislich hilft, ihr immenses Leid besser zu ertragen.

Den gleichen Wirkstoff nämlich, dem beinahe ein Jahrhundert lang die Absprache jeglicher medizinischer Wirksamkeit sowie die diffamierende Reduzierung zur bloßen Rauschdroge zum Verhängnis wurde.

Also endlich eine positive Nachricht zur ansonsten so sehr schwächelnden Gesundheitspolitik…?

Mitnichten, denn bereits im August 2007 war u.a. im STERN zu lesen, dass es nun möglich sei, Cannabis aus der Apotheke zu beziehen. Einer an Multiple Sklerose erkrankten Frau aus Baden-Württemberg sei eine entsprechende Genehmigung vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erteilt worden. Die Patientin erhalte einen aus Cannabis erzeugten Extrakt.

http://www.stern.de/gesundheit/gesundheitsnews/multiple-sklerose-patientin-cannabis-aus-der-apotheke-595792.html

Inzwischen aber dürfte allen intensiv mit dem Sachthema befassten Personen klar sein, dass diese vermeintliche "Ringeltäubchen-Nachricht" aus FDP/CDU/CSU-Regierungskreisen nichts weiter ist als eine bleierne Ente.

Ein Etikettenschwindel.

Manche selbst von schwerer Krankheit Betroffene, die sich weiterhin illegal und von Strafverfolgung bedroht mit pflanzlichen Cannabis-Varietäten behandeln müssen, sprechen sogar von "schön geredeten Lügen".

Westerwelle (FDP) interessiert das Wahlvieh nicht.Von "Stimmenfang auf Kosten von Todkranken" und von "Hintertür-Öffnung mit Hofknicks für den Einstieg der pharmazeutischen-Industrie in ein lukratives Geschäft" zu Lasten des Steuerzahlers, und auf Kosten von Menschenleben …

Ironie der Geschichte: Erst zwei Jahre zuvor – angesichts einer drohenden Kostenexplosion – hatte der Sprecher der GKV anlässlich der Experten-Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags im Oktober 2008 noch gewarnt, als er ein rabenschwarzes Szenario drohender Milliarden-Kosten für die Kassen entwarf, "weil künftig jede Person mit einfachen Kopfschmerzen zu Cannabis greifen werde…" Woraufhin gegen die Empfehlung der 14 übrigen anwesenden Experten der Antrag auf eine Zulassung von Cannabis als Arzneimittel durch den Gesundheitsausschuss abgelehnt wurde.

"Nunmehr also möge der Bundestag beschließen – so die Empfehlung der Koalition – dass einem Teil der in Deutschland an Multipler Sklerose erkrankten Menschen – nämlich denjenigen, denen das Mittel nach Erprobung tatsächlich hilft – SATIVEX zuteil werde."

Gemeint ist ein Fertigarzneimittel aus dem Hause GW-Pharmaceuticals, das aufwändig und per patentiertem Geheimverfahren aus Hanf gewonnen wird und das im direkten Vergleich mit dem pflanzlichen Naturprodukt Cannabis Sativa nicht gerade als billig zu bezeichnen ist.

Die einzige Indikation des Präparats dürfte den profitierenden Patientenkreis drastisch einengen – sie lautet nämlich "Spastik" bei Multipler Sklerose. Ähnlich gelagert ist die Situation mit dem synthetisch hergestellten Dronabinol.

 

Womit aber soll den unzähligen an Krebs, HIV, Tourette, ALS, Hepatitis, Morbus Crohn, Morbus Bechterew, Alzheimer, chronischen Schmerz-Syndromen u.ä. erkrankten Menschen geholfen werden, die weltweit lebendiges Zeugnis davon ablegen, dass sie von natürlichem Cannabis aus Eigen- oder (staatlichem) Fremdanbau gesundheitlich gut – jedenfalls besser profitieren als von herkömmlichen, synthetischen Varianten?

Kriminalisierung von Schwerstkranken

 

Mit Nichts!

 

Das bedeutet eine fortwährende willkürliche Kriminalisierung und weiterhin drohende Strafverfolgung inklusive Führerscheinentzug.

 

Nichts außer der Einsicht auf Betroffenen-Seite, dass man gewisse Presseberichte gar nicht erst zu lesen braucht, um schon vorher enttäuscht festzustellen, dass auch diese Regierung insgesamt nicht wirklich besser ist als ihr in Cannabis-Gesundheitsbelangen bereits heftig lädierter Untätigkeits-Ruf.

 

Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin hat vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung eine Stellungnahme abgegeben, auf die das Selbsthilfenetzwerk an dieser Stelle aufmerksam machen möchte. Aufgegriffen wird darin auch die aktuelle Ablehnung eines Antrags auf Eigenanbau durch einen an MS schwer erkrankten Patienten aus Mannheim.

IACM-Logo

International Association for Cannabinoid Medicines (IACM)

Am Mildenweg 6

59602 Ruethen

Tel.: +49 (0)2952-9708572

Fax: +49 (0)2952-902651

Email: info@cannabis-med.org

 

 

Stellungnahme der ACM zum Referentenentwurf einer 25. Verordnung zur Änderung betäubungsmittel-rechtlicher Vorschriften (25. BtMÄndV)

 

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22
Sep
2008

Schmerzpatienten-Bericht

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Brief eines Betroffenen an einen ebenfalls Betroffenen

 

Ich hab ein mir wieder Hoffnung gebendes Erlebnis gehabt und möchte Dir berichten:

Wie du ja eventuell mitbekommen hast, ging es mir nicht gut.

Ich habe zusätzliche Entzugssymptomatiken gezeigt und diese überleben müssen. Ausgelöst durch Toleranzentwicklung, und das zeitliche Einhalten der Wechsel meines Fentanyl-Pflasters. Pflasterwechsel alle drei Tage war die Aussage meines Arztes, jedoch bekam ich teils schon nach 2,5 Tagen oder eher richtig scheisse Entzug. Das habe ich auch meinem Arzt berichtet. Er meinte nebenbei, dass ich dann eben schon eher wechseln solle. Schwammige Aussage. Ich hab mich dann informiert und kam zu dem Schluss, dass, wenn alles gut geht, das Pflaster bis 3 Tage seinen Wirkstoff gleichmäßig abgeben kann. Die Betonung liegt hier auf Kann! Jedoch können einige Faktoren einen Pflasterwechsel nach schon 2 Tagen notwendig machen. Vermeidbare Quälerei über Jahre, sag ich nur. Ich habe mich nicht getraut eher zu wechseln. Es geht ja mal ein Pflaster ab oder beim Aufkleben geht was schief und, und, und….Ich wollte nicht in den Verdacht kommen, mir für dieses BtM unregelmäßig Rezepte verschreiben zu lassen. Du verstehst sicher, was ich sagen, ausdrücken will … Na ja, der Arzt meinte, dass die Entzugserscheinungen nun wohl doch der Behandlung bedürften. Auszuhalten waren sie kaum noch. Da hatte ich manchmal Angst, dass ich verrückt werde …

Nun stand bei mir  also ein Entzug der mir legal verordneten BtM und anderen Medikamenten ins Haus. Da ich grundsätzlich einverstanden war, habe ich mich natürlich auch wieder einmal "so richtig" kundig machen wollen, spürte aber, dass da gemauert wird, was das Zeug hält. Irgend etwas hat ja jeder in seinen Köpfchen, was den Entzug von BtM betrifft. So auch ich. Verständlich? Habe ich Angst gehabt … Ich habe mir nicht vorstellen können wie ein Entzug funktioniert. Meine Freundin hat über Seelsorger und Krankenschwestern, die mit diesen Sachen Bescheid wissen, nur heraus bekommen, dass man da als Angehöriger GANZ STARK sein muss. Das hat mich nur noch unsicherer und ängstlicher gemacht. Mein Arzt sagte mir im Vorfeld nur, dass der Entzug in Deutschland zu machen geht und über Monate dauert. Und "schön" wäre das auch nicht. Allerdings gehe es auch in Moskau. 14 Tage Koma. Darüber findet man auch was im Internet.

Im Forum der Deutschen Schmerzliga stieß ich dann aber doch erst mal noch auf Patienten mit ähnlichen Verletzungen und Symptomen wie ich sie habe. Deren Medikamentengabe erfolgte allerdings in weit höherer Dosis und über weitaus längere Zeiträume. Ohne, dass jemals von Entzug die Rede war…Auch bekamen alle Schmerzpatienten mit Durogesic-Pflastern zusätzlich ein schnell wirkendes hochdosiertes BtM, um ihre Durchbruchsschmerzen zu bekämpfen. Mir wird jenes seit über 11 Jahren verwehrt! Ich habe über diese Zeit nichts Legales zur Bekämpfung dieser Attacken bekommen. Ich musste durchhalten. Mit Allem, was dazu gehört. Also hab ich alles ausgedruckt, die Medikamentenblätter dazu genommen und bin zu meinem Arzt.
Bei diesem Termin sollte es auch nochmals um Entzug und mögliche Alternativen gehen. Ich bin einigermaßen energisch geworden und habe Nachdruck verliehen. Nach ca.10 min. hatte ich ein neues BtM-Rezept über Actiq-Sticks, 200 mg in der Hand. Musste ihm allerdings versprechen, dass ich, sollte ich starke Abhängigkeits-Symptome entwickeln, mich zu einem Entzug bereit erkläre und auch tatsächlich gehe. Mit den damaligen Informationen, war das auch okay für mich. Meine Infos waren:

  • Meine Mobilität wäre durch Höherdosieren der BtM gefährdet, und ich müsste mit "längeren Krankenhausaufenthalten“ rechnen
  • Meine vielen anderen Medikamente könnten kaum noch höher dosiert werden.
  • Ich müsste erneut mit längeren Klinik-Aufenthalten rechnen
  • Andere Medikamente stünden nicht mehr zur Verfügung
  • Ein Entzug von allen Wirkstoffen und eine folgende niedrigere Dosisgabe sollten eine Verbesserung meines Schmerzbildes zur folge haben

Zwei Tage später habe ich eine durch meine Freundin und ihre Bekannten "besorgten" Termin bei einer Schmerzspezialistin in Thüringen im Uniklinikum wahrnehmen können. Frau Dr. … arbeitet mit "Endstadiumspatienten" und ganz schweren Fällen – ähnlich wie mir – direkt am Kranken. Sie sieht und erlebt (überlebt) ihre Patienten den ganzen Tag.

Mit Freude bemerkte ich sofort, dass diese Frau sich wirklich mit meinen Unterlagen beschäftigt hatte. Du kennst das sicher auch anders. Sie war erstaunt über das, was mir wiederfahren ist und sprach mehrmals von Verklagen wegen vermeidbarer Schmerzen. Eine so niedrige Dosierung nach 11 Jahren mit dieser Schmerzform sei nicht zu vertreten. Grundsätzlich gibt der Patient seine Schmerzstärke an; dem ist unbedingt Folge zu leisten.
Ich nutze 0,75 er Fentanyl-Pflaster. Sie sprach in meinem fall von einem 300-500er-Bedarf. Da sind meine Qualen kein Wunder, dabei giere ich keineswegs nach noch mehr BtM. Doch seit 11 Jahren nix zu haben gegen die Schmerzdurchbrüche … Die mir neu verordneten Actiq-Sticks hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht getestet. Ich wollte das lieber im Beisein einer anderen Person (ich wohne allein, auf`m Lande in `nem großen Haus) tun.
Also konnte ich Frau Dr. … über die Wirksamkeit dieser neuen Verordnung keine Auskunft geben. Ihre Meinung war, dass diese viel zu niedrig dosiert seien. Aber das wäre ja zu ändern. Mein Pflaster müsste aber hochdosiert werden und dann würde sich die Gabe einiger anderer Medikamente vielleicht vermeiden, wenn nicht gar erübrigen lassen. Dazu zusätzlich hochdosiertes Fentanyl gegen die Attacken.

Mein Bericht zum Thema Entzug hat sie einigermaßen überrascht. Neurophatische Schmerzformen wie bei mir bedürften meist einer lebenslangen Gabe von hochdosierten schnell wirkenden BtM. Da von Entzug zu sprechen, sei völlig unangebracht. Dieser sei nicht notwendig und käme nicht in Frage. Dem wäre unbedingt zu folgen. Ich bin überzeugt, dass dies ihre Messlatte ist und sie danach handelt. Da ich mein Restleben lang unter ärztlicher Kontrolle stehen werde – stehen muss – ist eine fortlaufende Höherdosierung bis zum Erreichen einer befriedigenden Schmerzfreiheit und damit erhöhnter LEBENSQUALITÄT nicht nur zu vertreten, sondern unbedingtes MUSS.

Selbst wenn wir davon ausgehen, dass ich zur Zeit eine befriedigende, schmerzfreie Lebensqualität haben würde, wäre eine ständige Höherdosierung – bedingt durch das Fortschreiten der Erkrankung – notwendig und sei zu vertreten. Dies gelte auch für Patienten deren Lebenserwartung noch mehr als 3 Wochen beträgt..!
Sollte nun einer der Patienten mit längerer Lebenserwartung doch länger leben und ist über das jahrzehntelange Fortschreiten der Erkrankung keine befriedigende Schmerzfreiheit mit einer Höherdosierung von z. B. Fentanyl eingetreten und/oder wegen einer eingetretenen Toleranzbildung mehr zu erreichen, sprach sie auch nicht von einen notwendig gewordenen Entzug. In diesem Fall wäre Ketamin das folgende BtM.

Erfahrungen hätten gezeigt, dass Patienten mit höchster Einstellung auf z. B. Fentanyl die geringste Dosisgabe von Ketamin zur befriedigenden Schmerzfreiheit benötigen. Das können sich die Forschenden noch nicht erklären, aber ihre Erfahrungen hätten diese günstige Umrechnung ergeben. So ist eine Behandlung stärkster neurophatischer Schmerzformen auch nach schon erfolgter höchster Dosisgabe vorheriger BtM über Jahre hinweg gewährleistet. Das sei ihre – Frau Dr. … s – Erfahrung und Überzeugung. Sie sprach von allem mit einer Selbstverständlichkeit, die mich nach diesem Termin zu Weinanfällen brachte. Ich habe mich das erste Mal seit nun über 11 Jahren Arztsuche richtig vollständig verstanden gefühlt. Du glaubst manchmal, Du wirst/bist verrückt. Den Glauben hat sie mir in nur einem Termin nehmen können. Was für eine Erleichterung. Sie hat bestätigt und bestätigt, hat mich nach den spezielleren Schmerzerlebnissen befragt und immer wieder bestätigt, dass dies auch ihre Erfahrungen seien und sie diese auch bei ihren Patienten immer wieder vorfindet. Eine Fachfrau! Sie schreibt mir einen ausführlichen Bericht an meinen Nervenarzt, und wenn ich nächste Woche bei ihm in der Sprechstunde bin, werden wir das bereden.

Nun habe ich zumindest was meine Schmerzen anbetrifft wieder etwas mehr Hoffnung. Mehr Schmerzfreiheit ist das, was ich mir seit Jahren wünsche. Mit der körperlichen Behinderung und mit meinem krankheitsbedingtem Aussehen habe ich Frieden geschlossen. Aber die Schmerzen haben mich oft an den Abgrund gebracht. Gerettet hat mich meine Verantwortung meinen Eltern, Kindern und Enkelkindern gegenüber. Richtig gelesen. Vor 3 Wochen bin ich zum zweiten mal glücklicher Großvater einer Enkeltochter geworden. Das bringt mich wieder dazu die Qualen doch auszustehen und nicht den mir zustehenden Übergang zu schmerzfreiem „Da/weg-Sein“ zu wählen. Ich hoffe jetzt doch wieder auf mehr Schmerzfreiheit und damit wieder auf mehr Lebensqualität und Freude. In Bezug auf meine ausstehende Verhandlung wegen Cannabisgebrauchs macht mir der neuerliche Freispruch eines Medizinalhanfgebrauchers Mut. Du wirst sicher davon gehört haben.

Ich weiß durch eigene Erfahrung vor Gericht, dass – selbst dann, wenn dir nichts mehr "vorgeworfen" werden kann – du doch immer in gewisser Weise verlierst.

Nachtrag:

Mach Abwarten von zwei Wochen zum Schreiben, Versenden, Empfangen und "Verarbeiten" der Post der Ärztin aus Thüringen. an meinen Nervenarzt wollte ich mich bei diesem vorstellen. Außerdem ging es ja um die Wirksamkeit bzw. Unwirksamkeit der mir neu verschriebenen Actiq-Sticks.

Da sie nicht ausreichend wirken, wollte ich auch über ein notwendiges Höherdosieren dieser – und meines Pflasters sprechen.
Es ging um vermeidbare Schmerzen.

Leider ist mein Arzt, ohne dass er mir den/einen Tip gegeben hätte nun für Wochen nicht da. An der Anmeldung wurde mir gesagt, ich solle bei einer anderen – mit im Haus sitzenden Ärztin vorsprechen. Dieses Vergnügen hatte ich aber bereits und habe mir dann für die Sticks (wieder 200 mg) ein BtM-Rezept ausschreiben lassen. War ein Weg dieser Frau nicht zu begegnen. Sie hatte bereits bei einem früheren Besuch die Höhe der Dosierung meines Dronabinols (2×15-20 tropfen) bemängelt und meinte, "dass wir uns da mal was einfallen lassen müssen …". Daraufhin sind wir verbal aneinander geraten.

Nun darf ich auf meinen neuen Termin bis zum 13.10.08 warten. Auch wenn ja die Option besteht, in besonders schlimmen Situationen bei einem anderem Arzt/Ärztin vorsprechen zu können, ist das gelinde gesagt UNMÖGLICH.

 

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