26
Mrz
2009

KOMMENTAR

Eintrag unter News | Keine Kommentare »

http://www.shz.de/schleswig-holstein/artikeldetail/article/111/haschisch-rebell-muss-nicht-ins-gefaengnis.html

Flensburg, 23.03.2009 – Nachlese

Der Wahnsinn der Normalität …

… hat nun hier den Patienten Axel Junker ereilt. Und hinterlässt sowohl Interessierte als auch Betroffene bei aller "Großzügigkeit" der Flensburger Justizregularien dennoch mit einem leicht bitteren Nachgeschmack sowie ein paar offenen Fragen…

Axel Junker wurde trotz umfangreicher Beweislage nicht als Patient verurteilt, sondern als "gewöhnlicher" Krimineller – und dies sollte zunächst die Frage aufwerfen: Wie konnte es dazu kommen? Hätte Junker geahnt, was kommen, bzw. was fehlen sollte – hätte er sicherlich damals im September 2006 – http://www.youtube.com/watch?v=LIxbNumxY0w

anders gehandelt und seine Ladies "in aller Stille" weiter verkümmelt….

Hat ihn, den Kranken, der keine andere Medizin verträgt, vielleicht mehr motiviert als reiner Verzweiflungs-Aktionismus – oder war er vielmehr einer Handreichung gefolgt, welche sich schließlich als Irrlicht entpuppte…?

Allgemein scheinen sich anhand der so locker-flockigen Äußerungen des Herrn Vorsitzenden bzgl. der Nicht-Strafverfolgung beim Konsum sowie Besitz "geringer Mengen" – vorausgesetzt man fällt nicht auf (!) – geradezu Abgründe in der Situation von Cannabis-Patienten aufzutun! Wie soll also z.B. ein schwer gehandicapter Rollstuhl-Patient "unauffällig" an sein Medikament kommen, nachdem Krankenkasse nicht erstattet und BfArM zunächst mal nur Hürden baut?(Wobei Junker auf einen Positiv-Bescheid ohnehin bis zum Sankt Nimmerleinstag zu warten hat – aufgrund seiner "Unzuverlässigkeit" wegen einschlägiger Vorbestrafung – womit vorbestrafte Patienten ohnehin diskriminiert sind!)

Es stellt sich die weitere Frage nach der Kompetenz des Rechtsbeistands, welcher doch im Vorhinein auch hätte gewusst haben können, dass Junker mit seinem Anspruch "auf der falschen Hochzeit tanzt" und welchem man durchaus hätte zumuten können, Junker entsprechend vorzubereiten, auch wenn der rechtschaffen(d)e Mann hoffnungslos unterbezahlt wurde.

Kein schönes Szenario also, innerhalb dessen sich der so unermüdliche SCM-Frontkämpfer auf allzu glattem (Paragrafen-)Boden zu Fall bringen lassen musste … Dabei hätte Junker wohl gern einen wunderschönen „34er“-Präzedenzfall daraus gestrickt… Aber das haben "die anderen" wohl auch gewusst – und vermutlich besser geblufft -! Wem sollte man’s verdenken!? Das Juristenpoker war immer schon eines der härtesten…

Bleibt zu hoffen, dass ausser "aXXL" so mancher wieder daraus gelernt hat – nämlich:

Du darfst „auch als Cannabis-Patient“ in diesem Rechtsstaat alles machen, was verboten ist – Du darfst dich bloß nicht dabei erwischen lassen…!

JORIMA

Share


8
Jun
2008

axxl – Aktion Torso

Eintrag unter Medien (Video, PDFs), News | Kommentare deaktiviert für axxl – Aktion Torso

Der Bildhauer, Schriftsteller und Musiker Axel Junker, Künstlername aXXL, geht 2006 an die Öffentlichkeit, um auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Er möchte Cannabis als Medizin für sich anbauen, da es ihm gegen seine Schmerzen und Depressionen, gegen die Entzündungsformen seiner Hepatitis C, Appetitlosigkeit und Erbrechen sehr gut hilft. Diese lindernden Effekte werden inzwischen von diversen Medizinwissenschaftlern bestätigt. Zu dem Video gibt es auch eine Fotostory

for our international visitors an english version can be found here

Share


29
Mrz
2008

Axel

Eintrag unter | Kommentare deaktiviert für Axel

Axel

Mein Name ist Axel Junker.
Ich bin 1953er Baujahr, gelernter Tischler so wie (weitgehend) autodidakter Musiker und Holzbildhauer. Aktiv in der Aufklärungsarbeit über Cannabis und medizinischer Nutzer von Cannabis bin ich seit 1999. Cannabiserfahrungen habe ich ab 1969 gesammelt.

Mein Cannabis-Gebrauch wurde und wird von den mich bisher behandelnden Ärzten geduldet. Permanente Urin-Screenings im Verlaufe eines (inzwischen beendeten, insgesamt ca. 20 Jahre währenden) Methdonprogramms wiesen regelmäßig dauerhaften Cannabisgebrauch nach, der allerdings nicht ein einziges Mal als „unerlaubter Beikonsum“ gewertet wurde, so wie dies bei Alkohol- oder sonstigem Drogenkonsum der Fall ist und in Methadonprogrammen als Ausschluss-Kriterium gilt

Seit  2003 habe ich mich in mehreren Anträgen um eine Ausnahmegenehmigung nach § 3 Abs. 2 BtMG bemüht. Erfolglos. Meine Akte beim Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte umfasst inzwischen mehr als 300 Seiten. Ein letzter Versuch, Inhaber einer Ausnahme-Genehmigung zu werden erfolgte Ende Mai 2014.

Inzwischen scheine ich durch, wegen und mittels Cannabis als Medizin nicht nur erfolgreich von einer schweren Abhängigkeitserkrankung kuriert zu sein – sondern habe auch (mit Hilfe von Cannabis gegen die Nebenwirkungen einer immunsuppressiven Interferon-Therapie) eine chronische Hepatitis mit gutem Ergebnis bekämpft.

Derzeit sind es nur noch permanente Rückenschmerzen, die ich mit Cannabis angehe. Insgesamt scheint es aber so zu sein, dass ich (wieder) zu gesund bin, um jemals eine sogenannte „§ 3 Abs 2 BtMG – Erlaubnis“ zu erhalten.

Ich kann/will damit leben…

aXXL, 08.2014

Share


28
Feb
2008

SCM-Mitglieder

Eintrag unter | 41 Kommentare »

NoCriminal300x160largeweb96dpi

Das Selbsthilfenetzwerk hat zur Zeit (08.2014) rund 150 Mitglieder. Einige erzählen hier ihre Geschichte und machen Angaben zu ihrer Person:

A. Axel Bechti Carsten
Claudia Günter D. ToolStoi
Irene L. Locke M.
Mark Markus Michael & Gabi
Ralf Ute Köhler
Thorsten Ute Köhler Uwe
Volker  Tilly

I`m a patient

Share


1
Mrz
2007

Fragen und Anregungen zum weiteren Verfahrensaprozedere / Brief ans BfArM (aXXL)

Eintrag unter BfArM, News | Keine Kommentare »

Vorbemerkung:

Der Unterzeichner bittet darum, dass sein gesamter Schriftverkehr künftig von einem Sachbearbeiter erledigt wird, der Dr. Schinkel im Rang bzw. i. d. Entscheidungskompetenz gleichgestellt ist. Sollte dies nicht möglich sein, bittet er um Bearbeitung der laufenden Anträge durch den Vorgesetzten Dr. Schinkels beim BfArM.

GRÜNDE:

Dr. Schinkel hat seit der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts von etwa 18 Monaten eine zweifelsohne inhumane Verfahrenseinstellung an den Tag gelegt, die – gemessen an der unverhältnismäßigen Dauer, eine erforderliche Entscheidung zur Abwendung von weiteren gesundheitlichen Schäden betroffener Kranker in zeitlich angemessener Form und deshalb notgedrungen auf unbürokratische Weise herbeizuführen, von völliger Inkompetenz in menschlicher, sozialer – wie auch in sachlicher Hinsicht zeugt.

Beispiel dafür ist das unqualifizierte Verhalten Dr. Schinkels in Sachen Antragsverschleppung (Frau Irene Weber, Antragsersuchen aus 2000) und das völlige Ignorieren sachlicher Fragen weiterer Antragsteller zum aktuellen Verfahrensablauf.

Mehrere Anschreiben des Unterzeichners an das BfArM sind überdies bis dato vollkommen unbeantwortet geblieben, so dass bei Würdigung der Gesamtumstände gefolgert werden darf, Dr. Schinkel betreibe eine Art eigendynamisch dumpf sich entwickelnder Separationspolitik zugunsten "genehmer" oder zulasten "unangenehmer" Patienten.

In diesem Zusammenhang stellt der Unterzeichner -bezogen auf seine eigenen, noch gültigen Anträge und hinsichtlich des Sammelantrags (SCM) auf gemeinschaftlichen Anbau mittels der Erfüllung der von Ihnen vorzugebenden Bedingungen – folgende Fragen an Sie und wäre dankbar, wenn Sie ihm/uns diese innerhalb einer angemessenen Frist von 4 Wochen ab Post-Erhalt dieses Schreibens beantworten würden:

Wann gedenkt das BfArM nach der ausgiebig-eingehenden Prüfung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts zu einem Ergebnis zu kommen, das den gerechtfertigten Ansprüchen, Anfragen und Anträgen der betroffenen Kranken mit Cannabis-Indikation in Form einer Vergabe des Medikamentes über Apotheken oder Genehmigung zum Selbst- bzw. Sammelanbau Rechnung trägt?

Die Nennung eines "Wahrscheinlichkeits-Datums" würde angesichts der derzeitigen Spannungen und des Unmutes zwischen Patienten einerseits / und Bundesbehörde andererseits – in konstruktiver Weise zur "Befriedung der Situation" beitragen.

Zu welchem Ergebnis haben Ihre Anfragen, respektive die Anfragen des Ministeriums für Gesundheit, bei der niederländischen Behörde für die Organisation der Vergabe von Cannabisblüten in dortige – und möglicherweise hiesige Apotheken geführt?

Gibt es verlässliche Erhebungen, Statistiken oder in etwa zutreffende Schätzungen innerhalb des BfArM, wie viele Patienten mit Bedarf an natürlichem Cannabis im Verlaufe der vergangenen Jahre durch Suizidalakte wg. fehlender oder inadäquater Schmerz- und sonstiger Leidensbehandlung zu Tode gekommen sind?

Wie schätzen Sie den künftig jährlichen Gesamtbedarf an verfügbarem Cannabis und an Dronabinol ein – angesichts der Tatsache, dass bis dato nur ein verschwindend geringer Anteil der Bevölkerung über die wirtschaftlichen, und gesundheitlichen Vorzüge des Heilmittels informiert ist und die Zahl der mit Hanf behandelbaren, zu lindernden Krankheiten proportional gesehen rapide ansteigt?

Im angestrengten Verfahren einer Untätigkeitsklage gegen das BfArM durch den Unterzeichner ist dem zuständigen Verwaltungsgericht mitgeteilt worden, dass man den angefochtenen Bescheid aufgehoben habe. Ich bitte um den Wortlaut des Aufhebungsbescheides in Form einer Kopie oder Zweitschrift und um Information über die Hintergründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben.

Sollte die durch Aufhebung ihrer ursprünglich ablehnenden Haltung sich ergebende Konsequenz aus diesem Verfahrenswinkelzug ergeben, dass zukünftig eine weitere Verweigerung der Genehmigung aus verwaltungsrechtsrechtlicher Sicht nicht oder kaum noch zu halten sei, bitte ich um hinreichend logische Erklärung, warum nunmehr noch einer Entscheidung der jüngeren Folge-Anträge zugewartet werden sollte.

Wie werden Sie in Sachen "Zuverlässigkeit" mit im Zentralregister eingetragenen Cannabispatienten verfahren, nachdem überall offenkundig ist, dass selbst vorbestrafte Substitutionspatienten mehrfach letale Dosen jeweiliger Medikation ungesichert und vorrätig haltend zuhause aufbewahren dürfen?

Wann ist mit einem Beginn – und wann mit einer Beendigung der angekündigten Umstrukturierung des Bundesinstituts zu rechnen und welche Vorteile wird dies für die Seite der Patienten erbringen?

Mit freundlichem Gruß

Share