Plädoyer für verantwortliches Handeln

Wenn man realisiert,

– dass man Patient ist, an einer gewöhnlichen oder auch  seltenen und lebensbedrohlichen Erkrankung leidet, die Schmerzen verursacht und immer wieder auftretende Entzündungen unterschiedlichster Ausprägung…

– dass man schwer krank jahrelang nach einem aufgeklärten Mediziner sucht, der einem Zugang zu Cannabiskraut verschafft, nachdem man lange zuvor schon (auf „illegale“ Weise) festgestellt hatte, dass Cannabinoide hilfreich gegen die eigene Erkrankung wirken, indem Symptome  gelindert und reduziert werden…

– dass man schließlich einen Arzt findet, der allerdings nur Privat-Rezepte ausstellt, weil er mangels ausreichender Zeit und Cannabis-Sachkunde lieber den weniger arbeitsaufwendigen Weg einschlägt…

– dass man trotz vorhandenem Privatrezept letztendlich wochen- ja, sogar monatelang auf Belieferung mit Cannabis durch die Apotheke warten muss…

– dass man mehr als 20 € pro Gramm Cannabiskraut zu zahlen hat, sofern überhaupt ein oder zwei von vierzehn angebotenen Sorten verfügbar sind, und dennoch die Kosten des eigenen monatlichen Bedarfs die finanziellen Möglichkeiten um ein Vielfaches übersteigen…

– dass die Qualität des angebotenen Cannabis durchaus schwankend ist, weil neben enthaltenen Microseeds und ausgewachsenen Samen die Cannabinoid – Wirkstoffgehalte und evtl. sogar das Mindesthaltbarkeitsdatum umetikettiert worden sind…

– dass bei unglücklichem Situationsverlauf infolge Polizeikontrolle das mühsam erkämpfte, teuer bezahlte Cannabis als „ illegal“ eingezogen – und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, deshalb ggf. auch der Führerschein in akuter Gefahr ist und das Wiederauftreten der Erkrankung mit all ihren schwerwiegenden Symptomen droht…

– dass man als medizinischer Nutzer von Cannabis (auch innerfamiliär) nicht selten statt als Kranker akzeptiert – als „rauschgiftsüchtiger Kiffer“ betrachtet und/oder bezeichnet wird…

dann kann man sich auch gut vorstellen, vom fremdgesteuerten Karussell diverser Verbände und Interessen, aber ebenso politischer Gesundheitssystem-Unfähigkeit abzuspringen und die verbliebene Lebenskraft darauf zu verwenden Cannabis von eigener Hand anzubauen.

Nicht nur weil Cannabis-Anbau zur eigenen medizinischen Versorgung keine Straftat und kein Verbrechen darstellt (niemand erleidet dadurch Schaden) – sondern ein Plädoyer für verantwortliches und sozialverträgliches Handeln ist;  therapeutisch sinnvoll, gesundheitlich stabilisierend und Kosten für die Allgemeinheit reduzierend.

Axel Junker

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