Nicht beantwortete Fragen an die Drogenbeauftragte der Bundesregierung

Da die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans Fragen von Cannabis-Patienten regelmäßig nicht beantwortet, werden diese in Zukunft auch hier auf der Seite veröffentlichen und natürlich auch die Antworten, wenn denn welche kommen.
Dieser Brief ging heute direkt per email an Frau Dyckmans:

Sehr geehrte Frau Dyckmans,
Da Sie meine Fragen auf Abgeordnetenwach nicht beantworten und die Betreiber dieser Seite neue Fragen an Sie nicht einstellen wollen, stelle ich Ihnen meine Frage über diesen Weg.

Thema: Gesundheit

Sehr geehrte Frau Dyckmans,
erneut wende ich mich an Sie, die Sie ja (wie in der Antwort vom 11.10.2010 geschrieben) Verständnis über meinen Ärger mit Lieferschwierigkeiten haben.
Nach Miteilung meines Apothekers, ist die Bestellung von 10g Bedrocan vom 16.2.2011 erst ab Ende März wieder lieferbar.
Hier geht es um eine Bestellung von 10g ! Medizinalcannabis, nicht um die Lieferung einer großen eventl. vorher anzukündigenden Bestellung über große Mengen.
Sie als Juristin müssten wissen dass das zufügen vermeidbarer Schmerzen eine Straftat ist.
Sie schreiben mir in Ihrer Antwort,

 

"Für die Zulassung von Arzneimitteln auf der Basis von Cannabis müssen die Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit des Arzneimittels wissenschaftlich nachgewiesen sein. Diese Voraussetzungen sind bei natürlichen Gemischen (z.B. Cannabis-Extrakt, Cannabis-Blüten) derzeit noch nicht erfüllt: Bei Haschisch, Marihuana und anderen illegalen Hanfzubereitungen sind weder der Wirkstoffgehalt noch Art und Umfang schädlicher Beimengungen bekannt. Eine medizinische Anwendung und eine damit verbundene Umstufung dieser Zubereitungen von Anlage I (nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel) in die Anlage III des BtMG ist nicht zu verantworten."

In wie weit tragen Sie und staatliche Stellen Verantwortung, sollte sich der Patient mit Erlaubnis, in unversorgter Situationen mit auf dem Schwarzmarkt erworbenen z.B. verunreinigtem Cannabis gesundheitlichen Schaden zufügen bzw. seine Schmerzen deshalb unversorgt bleiben?

Bitte antworten Sie auf meine bereits gestellten Fragen.
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Ciecior

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Antwort vom 24. März:

Schäfer, Uwe -AS2 BMG <Uwe.Schaefer@bmg.bund.de>
An:    uwe.ciecior@xxxxxxxxxxxx
Betreff:    WG: Fragen auf Abgeordnetenwatch
Datum:    Thu, 24. Mar 2011 16:06:19

Sehr geehrter Herr Ciecior,

vielen Dank für Ihr Schreiben an die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans. Ich wurde gebeten, Ihnen zu antworten.

Wir bitten um Verständnis dafür, dass Frau Dyckmans wegen ihrer vielfältigen Verpflichtungen als Bundestagsabgeordnete und als Drogenbeauftragte noch keine Gelegenheit hatte, Ihre Fragen im Internetforum www.abgeordnetenwatch.de zu beantworten.

Bedrocan® ist ein in Deutschland nicht zugelassenes Arzneimittel, es kann daher nur aus den Niederlanden importiert werden, wo es meines Wissens von einem einzigen Hersteller hergestellt wird. Ich kann aufgrund Ihrer Schilderung nicht nachvollziehen, warum es zu Lieferverzögerungen kommt. Ich könnte Ihnen daher lediglich raten, zunächst eine andere Apotheke aufzusuchen. Es ist aber auch denkbar, dass die Lieferschwierigkeiten auf der Seite der Herstellers liegen.

Die Bundesregierung trägt für Lieferengpässe bei nicht zugelassenen Arzneimtteln keine Verantwortung. Sie hat durch die 25. Betäubungsmitteländerungsverordnung (BtMÄndV) aber die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen, um eine Versorgung mit cannabishaltigen Fertigarzneimitteln für Schmerzpatienten, denen keine Therapiealternative zur Verfügung steht, zu ermöglichen.

Die Versorgung mit Arzneimitteln vor Ort ist eine Angelegenheit der Apotheken und damit der Landesapothekerkammern. Sie können sich mit Ihrer Beschwerde an die für Sie zuständige Landesapothekerkammer Thüringen wenden. Vielleicht kann man Ihnen dort weiterhelfen.

Die Adresse ist:

Landesapothekerkammer Thüringen
Thälmannstraße 6
99085 Erfurt.
Telefon:    0361 – 2 44 08 – 0
Fax:         0361 – 2 44 08 – 69
E-mail:     info@lak-thueringen.de
Homepage     http://www.lak-thueringen.de

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Uwe Schäfer
_______________________________
Geschäftsstelle der Bundesbeauftragten
für Drogenfragen
Bundesministerium für Gesundheit
Friedrichstr. 108, D-10117 Berlin
Telefon: 030 18 441 4416
Fax:     030 18 441 4960
e-mail:   Uwe.Schaefer@BMG.bund.de
Internet: www.drogenbeauftragte.de

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Die Antwort des Herrn U.Schäfer, im Namen der Bundesbeauftragten kann und möchte ich nicht unkommentiert lassen.
Laut Herrn Schäfer ist" Bedrocan, ein "in Deutschland nicht zugelassenes Arzneimittel".Es ist schön zu lesen, dass für unser Bundesministerium für Gesundheit natürliches "Bedrocan-Cannabis" für ein Arzneimittel ist. Wenn auch nicht in Deutschland zugelassen.
Herr Schäfer sollte sich, wie jeder andere Antwortgeber vorher informieren und nicht in die Fußstapfen seiner Dienstherrin Frau Dyckmanns treten. Auch wenn er in Ihrem Namen antwortet.
Wenn es seines Wissens nach nur einen Hersteller von "Bedrocan"-Cannabis gibt, nähmlich Bedrocan, was soll ich da in einer anderen Apotheke nachfragen…………?
Bei bekannter Nichtlieferbarkeit!
Auch sind Erlaubnisinhaber in dem Fall apothekengebunden und wo sollte die andere Apotheke denn das medizinische Cannabis herbekommen ?
Da die gesamte Antwort wieder dem gleichen Schema folgt wie alle Antworten zum Thema Cannabis Medizin, möchte ich nicht meine Zeit verschwenden weiter darauf einzugehen.
Ich und viele andere Fragesteller empfinden diese Antworten als direkte Beleidigungen.
Die Antworten gehen weder fachlich und oder sachlich richtig auf die gestellten Fragen ein.
Uwe Ciecior

 

Ein wirklich einmaliger und ebenso peinlicher Vorgang, dass die Drogenbeauftragte sich neuerdings bei Anfragen wegen "vielfältiger Verpflichtungen" eines Schreibers bedienen muß, um für Patienten immens wichtige (wenn nicht gar lebenswichtige) Fragen auf die gewohnt nichtssagende, ja geradezu lachhafte Weise zu beantworten. Hat etwas von guttenbergscher Manier.

Die "Schuld" für die Cannabisblüten-Lieferausfälle schustern sich – und das sollte dem BMG eigentlich bekannt sein, weil es beim BfArM einen ganz maßgeblichen Einfluß hat und dort sogar befehlen kann, Patienten-Anträge auf Cannabisanbau vorerst nicht zu bescheiden – die Schuld also für die Ausfälle schustern sich der Importeuer "FAGRON" und das "BfArM" gegenseitig zu.

Falls Herr Schäfer DAS nicht weiß (oder nicht wissen will), dann ist dies wiederum nur Beleg für all die übrigen Sachverhalte im Sinne von  Falschläufern und Fehleinschätzungen, die Herr Schäfer oder Frau Dyckmanns nicht wissen, weil sie es NICHT WISSEN WOLLEN.
Wir hingegen wissen es besser. Und wir werden es all denjenigen mitteilen, die es ebenfalls wissen möchten.

Frau Dyckmans, Herr Schäfer…: Schämen Sie sich!

Axel Junker

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