2
Mrz
2017

KANN CANNABIS-WISSEN SÜNDE SEIN?

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Rahmenbedingungen.
Weitgehend – aber dennoch nicht ganz unbemerkt von öffentlicher Aufmerksamkeit fand am 25. Februar in Frankfurt der deutschlandweit erste und bisher einzige Kurs zum Erwerb von Cannabis-Anbaufähigkeiten statt.
Anbaufähigkeiten, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) turnusmäßig erbeten bzw. abgefragt werden, wenn Patienten, die von Cannabis gesundheitlich profitieren, ihn sich jedoch aus finanziellen Gründen nicht leisten können, einen Anbau-Antrag beim BfArM stellen.
Fähigkeiten im Übrigen, die aufgrund jahrzehntelanger Verbotspolitik im Grunde gar nicht vorhanden sein dürften; ebenso nicht in den entsprechenden Referaten der Bundesopiumstelle, in denen es in der Vergangenheit immer wieder an durchschnittlichem Cannabis-Allgemeinwissen mangelte und wo man inzwischen nach externen Kompetenzkräften sucht, welche das Personal der Cannabis-Agentur bilden sollen.

Seminar
Knapp über 40 interessierte Patienten, nahezu allesamt Inhaber der sog. „Ausnahmegenehmigung nach § 3 Abs. 2 BtMG“ und ACM/SCM-Mitglieder, lauschten an diesem Samstag Ende Februar 2017 von mittags bis abends den Ausführungen der sachkundigen Referenten.  Einer der Vortragenden der Geschäftsführer des niederländischen Cannabis-Erzeugers BEDROCAN, Tjalling Erkelens.
Erkelens erläuterte professionell und in groben Zügen in einer Art „bebilderte Tour de Bedrocan“ u.a. wie Cannabis zu medizinischen Zwecken in der Nähe von Groningen angebaut wird, welche Standards von der Firma eingehalten werden müssen und welche Zukunftsaussichten angesichts zunehmender Konkurrenz aus Kanada für Bedrocan NL bestehen.
Anschließende Teilnehmerfragen wurden kompetent und ausführlich beantwortet.

Das an anderer Stelle geäußerte Erkelens-Zitat „Es ist nicht Aufgabe der Niederlande ganz Europa mit Cannabis zu versorgen“ zeugt von (s)einer sympathischen Sichtweise, die nicht ausschließlich Finanz-orientiert ist – sondern eher Forschung und Patienten-Wohlsein in den Vordergrund des eigenen (Bedrocan-)Handelns stellt. Zielsicher auch seine Einschätzung, dass die derzeit noch überwiegend ablehnende ärztliche Haltung gegenüber medizinischer Verwendung von Cannabis in Deutschland den größten Bremsklotz in Sachen Fortschritt, Forschung und Entwicklung darstellt. Zu Lasten von Patienten.

Auch die übrigen Referenten, der Einfachheit halber lediglich „M.“, „M.“und „C.“ genannt, überzeugten die anwesenden Patienten mit großer Sach- und Fachkunde während ihrer jweils Bildprojektor-gestützten Erläuterungen.
Wer zum Zeitpunkt der Vorträge noch nichts oder nur wenig über Cannabis als Pflanze oder als „medizinisches Anbaugut“ wusste, der wurde mit Informationen bis ins kleinste Detail reichlich bedient Es blieben keine Fragen unbeantwortet; selbst die Frage nicht, ob man Cannabis-Erntegut ggfs. vor der Trocknung in und mit Wasser (ab)waschen sollte, um so Feinstaub oder Schädlinge zu entfernen. (Man soll nicht!)
Jeder, der an Vertiefung oder Wiederholung der Anbau-Thematik interessiert war, konnte sich die Vorträge der drei zuletzt genannten Referenten per Mail-Anfrage zudem in pdf-Form sichern.

Fazit
Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, für deren Umsetzung die zuhörenden Teilnehmer sich nicht nur bei den angesprochenen Referenten – sondern insbesondere bei Dr. Grotenhermen und dem „Eigenanbau-Team“ bedanken können, die im Vorfeld auch die rechtlichen Rahmenbedingungen dieses Fortbildungs-Seminars zu prüfen und zu bewerten hatten.

Einziger Wermutstropfen des Events: Das überwiegende Fehlen von Fingerspitzengefühl vieler Patienten beim öffentlichen Cannabis-Konsum vor dem Veranstaltungsgebäude angesichts ständiger Vorbeimärsche von kleinen Kindern und deren (besorgten) Eltern.

aXXL     3, 2017

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