12
Apr
2015

Lügt sie oder färbt sie bloß schön?


Frage 31 im Rahmen einer kleinen Anfrage der Abgeordneten Tempel, Korthe, Birkwald u.A: von der Partei die LINKE an die Bundesregierung (Drucksache 18/4539 vom 02. April 2015):

>>Hat die Bundesregierung Kenntnisse von Lieferengpässen bei der Versorgung mit Medizinalcannabis, und falls ja, was sind nach ihrer Kenntnis die Ursachen für die Lieferengpässe, und in welchem Umfang kommen diese vor?<< Antwort der Bundesregierung: >>Die Bundesregierung hat Kenntnis über Lieferengpässe bei der Versorgung mit Medizinal-Cannabisblüten, die zu Beginn des Jahres 2011, zu Beginn des Jahres 2014 sowie am Ende des Jahres 2014 aufgetreten sind. Zuletzt konnten die vom deutschen Großhändler bestellten und vom BfArM zur Einfuhr genehmigten Mengen an Medizinal-Cannabisblüten nicht in vollem Umfang von den Niederlanden bereitgestellt werden. Die Lieferschwierigkeiten führten zu Verzögerungen von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen<< Werte Bundesregierung, im aktuellen Jahr 2015 ist die Versorgung von Patienten mit importiertem Cannabis aus den Niederlanden zu medizinischen Zwecken die AUSNAHME, nicht die Regel. Seit Erst-Erteilung von 3 § Abs. 2 BtMG-Ausnahme-Genehmigungen ist die Anzahl der von der Bundesregierung genannten Jahre mit auftretenden Cannabis-Liefer- Ausfällen WESENTLICH höher als aufgelistet. Das Selbsthilfenetzwerk Cannabis Medizin hat nahezu sämtliche Lieferausfall-Daten erfasst und hält angesichts der Schönfärberei von derart mit akuter Gesundheitsverschlechterung einhergehenden Zahlenmaterials auch die von der Bundesregierung genannten Ursachen für Lieferausfälle ("Mangelnde Bereitstellung an genehmigten Mengen") für nicht der Wahrheit entsprechend, denn aller Ausweitung niederländischer Produktionskapazitäten zum Trotz kommt es hierzulande inzwischen zu wesentlich längeren Medizinalcannabis-Lieferausfall-Zeiten als in sämtlichen Jahren zuvor. Überdies hat es nach SCM-Einschätzung deutliche Signale aus den Niederlanden an die Bundesrepublik Deutschland gegeben, eine eigene Cannabis-Agentur einzurichten und auf diese Weise das europaweite Bedrocan-Monopol zugunsten der Gesundheits-Interessen vieler deutscher Patienten aufzuweichen. -Axel Junker-

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14
Feb
2015

Cannabis-Neuregelungen? Aber bitte auf Patientenbedürfnisse ausgerichtet


Das Selbsthilfenetzwerk Cannabis als Medizin hat auf seiner Facebook-Seite einen Aufruf gestartet mit der Bitte, Patienten-Bedürfnisse und Erwartungen an und für die zum Jahr 2016 avisierten Änderungen in der bisherigen Cannabis als Medizin-Politik zu formulieren.

Einige der nachfolgend aufgeführten Kommentare wurden z.T. leicht gekürzt und sind in Original-Länge auf der SCM-FB-Seite nachlesbar.

Die dort abgegebenen Statements werden in schriftlicher Form dem Bundesgesundheitsministerium zugeleitet.
Das SCM und seine Mitglieder erwarten seitens des Bundesministeriums nicht allein Kenntnisnahme der Forderungsinhalte – sondern auch zeitnahe Umsetzung derselben.
Wir sprechen uns gegen Neu-Regelungen aus, die den aufgelisteten Patienten-Interessen zuwider laufen.

Gesundheitspolitik und involvierte Politiker werden an ihren konkreten, nutzbringenden Taten für Bürger – auch für kranke Bürger – und ebenso von kranken Bürgern – gemessen.

CANNABIS als Medizin REGELUNGS-FORDERUNGEN
(Patienten informieren Politiker)

Maximilian Plenert:
Normalität: normale Kostenerstattung, normale Versorgungssicherheit und normaler Zugang = Therapiefreiheit!

Josef Liebhart
Eigene Anbauflächen innerhalb Deutschland, gesicherte Versorgung, größere Sortenauswahl, Kostenübernahme.

Ann Lee
Eine gesicherte lückenlose versorgung, qualitativ hochwertiges material, auswahl an mehr als einer sorte (auch ein cbd lastiger strain sollte dabei sein) , kostenübernahme durch kk. cannabishaltige produkte wie dronabinol und co sind KEINE echte alternative, da viele patienten berichten es helfe ihnen nicht annährend so gut.

Ja Aber
..Bereitstellung eines regelmäßigen Etats in vernünftiger Höhe zur weiteren Erforschung von Cannabinoiden in der Medizin. Sofortige Einstellung von Strafverfahren gegen Leute, die aus eindeutig med. Gründen mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Klare Regeln bezüglich Führerscheinen…

Marco Perschbacher
Kostenerstattung durch die Krankenkasse, lückenlose Versorgung, Sortenvielfalt sollte erweitert werden.

Gabriele Gebhardt
Entscheidung über den Einsatz von Cannabis soll bei Arzt und Patient liegen, nicht bei einer Behörde

Gabriele Gebhardt
(Anmerkungen eines weiteren Patienten):
Versorgungssicherheit durch weitere Importe z.B. aus Israel bzw. Gründung einer dt. Cannabisagentur.
Reise- und Verkehrsfähigkeit von Cannabis Flos idealerweise im Schengenraum und USA bzw. alle Länder, die med. Cannabisprogramme haben.
Führerscheinthematik: es muss eine Lösung für Patienten gefunden werden, damit sie nicht von den Strassenverkehrsbehörden verfolgt werden.
Einführung eines „rechtssicheren“ Ausweises für Patienten und Schulung von Beamten, Ausweitung der Sortenvielfalt mit weiteren Varietäten und mind. einer starken Indica Sorte

Kurt Andreas Jakobs
Die Zugangsvoraussetzungen müssen stark gelockert werden. Es ist ein schlechter Witz, dass von einem Patienten verlangt wird, dass er sich durch die gesamte Palette an Chemikalien futtern soll um ein Naturprodukt zu erhalten, das ähnlich „schwierig“ zu kultivieren ist wie die Brennnessel.

Katrin Schäfer
vielleicht sollte man zusätzlich auch auf den Punkt „Eignung zum Führen von Maschinen“ mit aufgreifen… es wäre schön, wenn man nicht immer um seinen Führerschein bangen muß.

Karsten Pankonin
Vereinfachte Verschreibungsmöglichkeiten duch JEDEN Arzt ohne irgendwelche Auflagen duch das BfArM.
JEDER bedürftige Patient MUSS Cannabis nutzen können, wenn es ihm hilft.

Tatjana Ohler
Dronabinol hilft zwar etwas (meine Erfahrung), aber bei weitem nicht vergleichbar mit Blüten… Ansonsten sollte es eine einfache Möglichkeit des Bezuges geben, oder die, ähnlich wie bei Socialclubs selbst anzubauen…

Juergen Meixner
Eigenanbau von bis zu 6 Pflanzen pro Person (je nach Sorte und Ertrag), falls das nicht möglich ist, kann dieses Recht auf einen Anbauverein übertragen werden, dieser Verein kann gerne auch mit dem behandelnden Arzt und der Apotheke zusammen arbeiten.

Hägar Hover
Einrichtung einer „Cannabis Agentur“, um eine gesicherte Verfügbarkeit für medizinische Belange zu gewährleisten. Dies als Ergänzung für die Leute, die auch bei einer Freigabe nicht selber anbauen wollen.

Snippi de Kesse
Und ich fordere bei Razzien beschlagnahmte Cannabisblueten nicht wie üblich zu verbrennen, sondern den Patienten über z.B. die Apotheken oder besser noch direkt beim Zoll unter Vorlage der ganzen Zettelwirtschaft der Bfarm, direkt abzugeben… Ich fordere Cannabis Clubs wie z.B. auf Teneriffa.Die Sorten werden für Patienten und Mitglieder zum Selbstkostenpreis und auf Sortenwunsch angebaut. Jeder bekommt seine verordnete Menge gestellt.

Sin Semilla
Kostenübernahme durch die Krankenkasse für Cannabis Blüten ganz einfach,nicht mehr und nicht weniger. Einfach nur die vollständige Kostenübernahme für uns Blüten Patienten und dafür Sorge zu tragen, dass wir auch regelmäßig mit Cannabis Blüten versorgt werden .

Rasta Fari
ich fordere einen leichteren zugang zu cannabisblüten, -extrakte, usw. jedes andere medikament kann ein arzt auf rezept ausstellen. ich fordere außerdem einen, meinetwegen genehmigungspflichtigen, anbau von cannabis in selbsthilfegruppen bzw cannabis social clubs!

Fisch Fisch
Das vor allem bei cannabis produkten auch cannabis blüten mit einbezogen werden und nicht nur präparate wie sativex oder ähnliches.

Sabrina Pihale
Definitiv die Kostenübernahme durch die krankenkasse und wesentlich kleinere hürden wenn es einem hilft. Zudem keine Strafverfolgung. Andere importquellen oder eigener staatlicher anbau damit es keine Ausfälle mehr gibt..

Stefan Ruecker
Neuregelung der Führerscheinthematik durch z.B. Erhöhung der Nanogrammgrenze auf 5 ng für jegliche Konsumenten. Ausnahmegenehmigung für Cannabis-Patienten zum Führen eines Kraftfahrzeugs bis zu einer Nanogramgrenze von 10 oder mehr Nanogramm.

Steffen Geyer
– Über die Aufnahme von Cannabisblüten in den Leistungskatalog der GKV entscheidet der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen, nicht der Gesetzgeber.
– Die Genehmigungsvergabe nach §3 ist gesetzlich bereits möglich und scheitert an der Auslegung der Vorschriften durch das BfArM.
– Versorgungssicherheit ist ohne kommerzielle deutsche Anbieter und deren kalkulierte Überproduktion (wohin mit dem unverkauften Resten?) nur durch Eigenanbau der PatientInnen realistisch.

Bliebe… als gesetzliche Maßnahme lediglich die Verschiebung von Cannabis aus Anlage I (nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel) in Anlage III (verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel)….

… Dienstherr Gröhe könnte das BfArM anweisen, Anträge (insb. auf Eigenanbau) zügig positiv zu bescheiden, wenn vergleichsweise niedrigschwellige Voraussetzungen vorliegen (analog zur Aufbewahrung anderer BtM-Medikamente).
Dazu bedarf es im Zweifel einer Art „Positivliste genehmigungsfähiger Diagnosen“ …
Vielleicht könnte man nebenbei auf die Gründung einer „Deutschen Cannabisbehörde“ hinwirken, um in Zukunft bei Liberalisierungsbemühungen auf bestehende Bürokratie/Verwaltung verweisen zu können.
(Gekürzt)

Mari Jo
1. Anerkennung von Cannabis-Patienten als „Patienten“ – für jeden regelmäßig/täglich konsumierenden Mitbürger. (Weil imho bei den täglich/häufig gebrauchenden Nutzern eine Unregelmäßigkeit im Endocannabinoidsystem vorauszusetzen wäre)

2. Hürden in der Antragstellung abbauen! Keine Nachweise mehr für „austherapiert“, „Versuchskarnickel-Marathon“ oder stationäre Maßnahmen … keine Beschränkung von Indikationen – der Patientenwunsch ist zu respektieren!

3. Sofortige Einstellung von Straf- und Ermittlungsverfahren gegen Cannabis-„Patienten“ im o.a. Sinn, hingegen sei eine ordentliche medizinische Begutachtung bzgl. Indikation zu stellen und eine verschreibungsfähige Dosierung zu ermitteln.

4. Sofortige Veranlassung der Rückgabe von einbehaltenen Führerscheinen an Cannabis-Patienten.

5. Flächendeckende Nachschulungsangebote für Ärzte sowie Einführung der Lehre zu Cannabistherapeutika in sämtliche entsprechende Ausbildungs-Fakultäten (Mediziner…!)

6. Erstattung aller verfügbaren Cannabispräparate durch Krankenkassen und Gründung einer Cannabis-Agentur.

7. Kartellbildung aufheben, mehrere Lieferanten zulassen sowie weit größere Variantenvielfalt der Blütensorten als bisher ermöglichen

8. Reisefreiheit für Patienten einführen, Exporterlaubnis erarbeiten
(gekürzt)

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27
Dez
2014

Fachgespräch Cannabis als Medizin


am 17.12.2014 fand in Berlin das Fachgepräch der Fraktion DIE LINKE zum Thema Cannabis in der Medizin statt. Mit Frank Tempel, Katja Kipping, Georg Wurth, Dr. Oliver Tolmein, Dr. Franjo Grotenhermen und Kathrin Vogler.
Den vollständigen 3stündigen Mitschnitt könnt ihr Euch hier ansehen:

http://youtu.be/BGqOXlyg0NE

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21
Nov
2014

TOLLHAUS


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Die Bundesopiumstelle verspricht in ihrem Jahresbericht 2012/2013, Seite 67, dass hinsichtlich von Betäubungsmitteln (Zitat) die „Versorgung der Patientinnen und Patienten jederzeit sichergestellt“ ist.

Für medizinischen Cannabis gilt dieses Versprechen nicht.

Die derzeitige Situation:
Sicherstellung der Versorgung mit Betäubungsmitteln (Opiaten): Ja. Unproblematisch
Sicherstellung der Versorgung mit dem Betäubungsmittel Cannabis: Nein. Problematisch.

Das BfArM, das dem Ministerium für Gesundheit untersteht und immer wieder postuliert, dass es auch Aufgabe des BfArM sei, „der Entstehung und Erhaltung von Abhängigkeits-Erkrankungen entgegenzuwirken“, verhält sich trotz des signifikant geringeren toxischen Potenzials von Cannabis (und damit einhergehend auch eines geringeren Risikos möglicher Ausbildung von Gewöhnung oder Abhängigkeit) im Vergleich zur akuten Giftigkeit von pharmazeutisch hergestellten Betäubungsmitteln wie z.B. Morphin, Methadon oder Diamorfin beim unzweifelhaft harmloseren Cannabis vollkommen gegen jede gesundheitliche Logik und wider allen medizinischen Sachverstand.

Es darf vorausgesetzt werden, dass dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und seinen Mitarbeitern die erheblich zahlenmäßige Diskrepanz zwischen letal Überdosierten durch Opiate einerseits und Cannabis andererseits in den vergangenen 4 Jahrzehnten seit Bestehen des Betäubungsmittel-Gesetzes nicht verborgen geblieben ist. Erforderlichenfalls können die Zahlen den jährlich erscheinenden Drogen- und Suchtberichten der Bundesregierung entnommen werden.

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Statt aus diesem elementar wichtigen Umstand des sehr geringen Gefährdungspotenzial aber die richtigen Schlüsse zu ziehen und den Zugang zu medizinischem Cannabis zu vereinfachen, bleiben die Hürden zur Erlangung einer Ausnahmegenehmigung unzumutbar hoch.
Patienten müssen „austherapiert“ sein oder aber sie müssen den „Versuchskarnickel-Pfad“ beschreiten, der (oftmals) lange, qualvolle Medikamenten-Tests am eigenen Körper bedeutet,
die vom Arzt hinsichtlich Wirkungen und Nebenwirkungen zu dokumentieren sind.
Das ist gleichzusetzen mit fremd-auferlegtem Leiden, bloß weil BtM – Verwaltungsrichtlinien es offenbar so (unmenschlich) vorsehen. Tatsächlich ist es auch unnötiges Leiden, wenn der Patient die lindernden Eigenschaften des Cannabis bereits vor dem Gang auf den Versuchskarnickel-Pfad kennengelernt hat und die Möglichkeit des Gebrauchs dieses verhältnismäßig nebenwirkungsarmen Naturprodukts vor allen anderen pharmazeutisch hergestellten Alternativen bevorzugt…

Ist man als Antragsteller nach Zahlung der Bearbeitungsgebühr schließlich glücklicher Ausnahme-Genehmigungsinhaber und erhält eine beurkundete Erlaubnis zum Bezug von Cannabis aus einer Apotheke, so wird man ab diesem Zeitpunkt allerdings nicht nur mit zu zahlenden Wucherpreisen für den importierten Cannabis konfrontiert ( 75 – 125 €/5 g) sondern auch mit regelmäßig stattfindenden Liefer-Ausfällen.
Die Mit-Verantwortung für diese Liefer-Ausfälle weist das BfArM stets weit von sich, obwohl die Erlaubnis-Inhaberzahlen seit der ersten Genehmigung 2008 ebenso kontinuierlich ansteigen wie der faktische Bedarf an Cannabisblüten und an sonstigen Cannabisprodukten.

Der Produzent der Cannabisblüten, Bedrocan BV, Niederlande, hat zwar jüngst erst die Anbaufläche für seine Kulturen vergrößert, kommt aber bei Kontingent-Lieferungen nach Deutschland immer wieder mal ins Straucheln; insbesondere auch jetzt, nachdem neben den Niederlanden, Italien und Deutschland auch Tschechien mit medizinischem Cannabis beliefert wird.
Der Importeur des Cannabis, die Firma Fagron, sieht sich für diesen längsten Lieferausfall der bisherigen Cannabis als Medizin-Geschichte in Deutschland (Nov. 2014 bis voraussichtlich Januar 2015) und für alle bisherigen Liefer-Ausfälle ebenfalls nicht verantwortlich.
Vorratshaltung scheint für Fagron nicht wirtschaftlich zu sein.
Auch mit der Auskunft von Daten und Zeiträumen bezüglich aller bisherigen Lieferausfälle zeigt sich Fagron wiederholten Patienten-Anfragen gegenüber unkooperativ und intransparent. Möglicherweise ist der Importeur sich im Klaren darüber, dass diese Daten eine wichtige Rolle in der verwaltungsrechtlich zu klärenden Eigenanbau-Frage spielen und die Herausgabe der erbetenen Informationen wirtschaftliche Einbußen nach sich ziehen könnte.
Für Patienten mit Genehmigung sind diese Daten jedoch der konkrete der Beweis für die Tatsache, dass die Versorgung mit Cannabis via BfArM, Fagron, Bedrocan nicht gewährleistet ist.
Eigenanbau hingegen gewährleistet die Versorgung.

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Sadness

Derweil blockieren BfArM und BMG in trauter Einigkeit die Schaffung einer staatlichen Cannabis-Agentur, die eine gute Alternative zu all diesen peinlichen Lieferausfall-Szenarien böte, unter denen eine ganze Menge Patienten zu leiden hatten und aktuell noch zu leiden haben.
Patienten, denen der Schwarzmarkt verwehrt ist, weil sie bei Entdeckung ihre Erlaubnis verlieren könnten.
Patienten, denen der Eigenanbau verwehrt ist, weil das Bundesministerium für Gesundheit keinen Anbau will.
Der (neue) Präsident des BfArM, Prof. Dr. Karl Broich, formuliert in einem Schreiben vom 20. September 2014: „Derzeit ist die Einrichtung einer Cannabis-Agentur nicht erforderlich.“

Möglicherweise wäre die Einrichtung eines Tollhauses sinnvoller.

Darin könnten dann all jene Patienten zusammengefasst werden, die just in diesen und vielen noch vor ihnen liegenden Stunden, Tagen und Wochen – auch zur schönsten Weihnachtszeit – wegen des erneuten Cannabis-Lieferausfalls vermehrt mit heftig auftretenden Tics, mit Zunahme an epileptischen Anfällen, mit Aufkommen von Morbus-Crohn-Schüben, mit Spastiken infolge MS, mit Schmerzsymptomatiken, Depressionen wegen PTBS oder Erregungszuständen wegen ADHS etc. zu kämpfen haben…

„Die Versorgung mit Betäubungsmitteln ist gesichert,“ verspricht das BfArM

Was das Bundesinstitut nicht sagt: Die Versorgung mit dem Luxus-Betäubungsmittel Cannabis ist politisch unerwünscht, das fortbestehende Leiden ehemals glücklicher Ausnahmeerlaubnis-Inhaber aber bleibt gesichert.

Axel Junker

die bundesregierung schadet

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2
Sep
2014

Cannabis-Patienten treten in Hungerstreik


spendenaktion

Cannabis-Patienten treten in Hungerstreik

Schmerzpatienten fordern schnelle Lösung für Eigenanbau von Cannabis / „Wer Schmerzen hat kann nicht warten“ / Petition fordert Kostenübernahme für Medikamente

Rüthen, 2. September 2014. Am 22. Juli hatte das Kölner Verwaltungsgericht entschieden: Der Cannabis-Eigenanbau bleibt im Grundsatz verboten, kann aber unter bestimmten Bedingungen als „Notlösung“ für den medizinischen Einsatz erlaubt werden – u.a. wenn der so genannte Apotheken-Cannabis für den Patienten unerschwinglich ist. Gegen dieses Urteil hat nun das „Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte“ Berufung eingelegt. Der Eigenanbau bleibt damit auch für die genannten Ausnahmefälle verboten. Aus Protest gegen die Berufung treten sechs chronisch Kranke aus verschiedenen Bundesländern nun einen Hungerstreik an. Sie fordern eine schnelle Lösung der Frage, ob und in welchen Fällen Patienten der Eigenanbau genehmigt wird.

„Wer Schmerzen hat, braucht seine Medikamente jetzt und kann nicht länger warten“, so Ute Köhler, eine der Patientinnen, die heute in den Hungerstreik getreten ist. Mit dem Hungerstreik will sie auf ihre und auf die Notlage anderer Patienten aufmerksam machen. Die 60-jährige leidet seit der Strahlenbehandlung ihrer Krebserkrankung unter starken chronischen Schmerzen. Allein mit dem Wirkstoff Cannabiswirkstoff Dronabinol (THC) lassen sich diese lindern. „Ohne die Behandlung mit THC kann ich vor Schmerzen nicht schlafen, nicht essen, nicht sprechen.“ Doch das in der Apotheke erhältliche Cannabis-Medikament kann sich Ute Köhler nicht leisten. Die Kosten liegen bei bis zu 900 EURo im Monat. Die Krankenkassen übernehmen diese nicht.

Das Kölner Urteil sei ein enorm wichtiger Schritt für die betroffenen Patienten gewesen, das unterstreicht auch der Mediziner Franjo Grotenhermen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin. „Durch die Berufung wird eine finanzierbare Behandlung mit Cannabisprodukten weiterhin unnötig hinausgezögert“, kritisiert er die Bundesregierung. „Es ist den betroffenen schwer kranken Patienten nicht zumutbar, dass sie jahrelang für ihr Recht streiten müssen.“ Das Verwaltungsgericht Köln hatte am 22. Juli der Klage von drei Männern stattgegeben, die gegen das Verbot des Eigenanbaus geklagt hatten, da sie sich Cannabis-Blüten aus der Apotheke oder Medikamente auf Cannabis-Basis nicht leisten können.

Große Hoffnung setzen die Schmerzpatienten derzeit auch auf eine Online-Petition: Grotenhermen setzt sich mit anderen Medizinern und chronisch Kranken beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags dafür ein, dass die Kosten einer Behandlung mit Medikamenten auf Cannabisbasis bezahlt werden. Die Petition fordert außerdem, dass der Bundestag sicherstellt, dass Patienten nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden sollen. Die Petition läuft noch bis 10. September. Bis dahin müssen 50.000 Stimmen zusammenkommen. www.cannabis-medizin-petition.de

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Dr. med. Franjo Grotenhermen
Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V.
Telefon: 02952-9708572
E-Mail: info@cannabis-med.org

V.i.S.d.P.: F. Grotenhermen, Am Mildenweg 6, 59602 Rüthen

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